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Bericht Weltmeisterschaft 2006 Valladolid Spanien
Am Sonntag dem 16.07.2006 kamen wir in Valladolid an. Die grosse Hitze machte uns ziemlich zu schaffen und wir brauchten einige Tage um uns daran zu gewöhnen. Am nächsten morgen machten wir dann eine Besichtigung der Trainingsplätze für F2B und F2C, die sich auf dem Parkplatz eines Fussballstadions befanden. Klaus Engfer war gar nicht begeistert, große Betonplatten mit tiefen Rillen, wenn man dort bei der Landung hineingerät kann es den Verlust des Modells bedeuten. Von der FAI-Jury wurde der Platz allerdings für gut befunden. Montag morgen dann Teameinschreibung, freies Training und Eröffnungsfeier. Die Teamanmeldung gestaltete sich etwas merkwürdig, man musste vier Büros durchlaufen um endlich angemeldet zu sein. Vor jedem Büro bildete sich eine Warteschlange in die man sich immer wieder einreihen musste, warum so kompliziert? Im freien Training hatte Rene Birnstein dann grosses Pech. Bei seinem Versuch riss der Propeller ab und dadurch zerplatzte regelrecht sein Modell. Für Fam. Birnstein hiess das am Abend schrauben. Willi Schmitz hatte bei seinem ersten Testtag mit seinem Kunstflugmodell leichten Bodenkontakt. Der Schaden konnte aber schnell behoben werden.
Am Abend dann die Eröffnungsfeier. Nachdem unsere Nachzügler Lothar Hentschel und Jiri Karger zur Halbzeit der Eröffnungsfeier auch endlich eingetroffen sind war die Mannschaft dann komplett. Die Feier dauerte nicht zu lange und war nett gestaltet, die offiziellen Reden dehnten sich auch nicht ins unermessliche, was in der grossen Hitze auf dem Asphaltplatz recht unangenehm geworden wäre. Die Spanier müssen schon einiges gewöhnt sein, der Tanzgruppe die in ihrer volkstümlichen Tracht auftrat merkte man die Hitze kaum an.
Spannend war die anschliessende Combatjagd mit 6 Piloten im Kreis. Das Processing und offizielle Training für F2B und D verlief am Dienstag ohne Probleme. Erst ab Mittwoch begannen die ersten Durchgänge. Die Umgebungsbedingungen waren für alle recht schwierig. Tagestemperaturen um die 40° und eine Höhe von 700 m machten allen Teilnehmern und dem Material schwer zu schaffen. Nur die Fuchsjäger klagten nicht über Motorprobleme, hier schaffen genormte Motorein- und auslässe in Verbindung mit Einheitskraftstoff für relativ gleiche Bedingungen. Besonders hart traf es unsere Speedflieger. Mit Druck von zu Hause Medaillen mitzubringen angereist, wurden die Jungs dann unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Enttäuschung war gross, da für Marcel mal gerade 6 km/h bei 263,4 km/h fehlten um auf den 3. Platz zu kommen. Ihr habt euer Bestes gegeben und alles versucht, mehr war eben nicht drin und denkt daran in 2 Jahren gibt es wieder eine WM dann könnt ihr euch wieder mit den besten messen. Max Marksteiner holte sich den 1. Platz mit 285,3 km/h vor Leonid Tyrin RUS und Erik Olson USA. Max herzlichen Glückwunsch, Papa Franz hat bestimmt noch immer das Grinsen im Gesicht stehen. Die Seniorwertung hat Luis Parramon ESP mit 301,3 km/h vor Peter Halman GBR mit 297,8 km/h für sich entschieden. Rene Birnstein konnte wie gesagt keine vernünftige Einstellung finden und musste sich mit 235,2 km/h weit unter seinem Niveau zufrieden geben.

F2B wurde dieses Jahr zum ersten Mal nach den neuen Regeln durchgeführt. Das hiess auf 2 Kreisen vor 2 verschiedenen Jurys, also 4 Flüge für jeden Teilnehmer. Geregelt wurde es so: Eine Hälfte der Piloten auf Kreis 1, die andere Hälfte zeitgleich auf Kreis 2, am nächsten Tag wurde dann gewechselt. Dann eine neue Auslosung für Tag 3 und 4. Leider kann man dadurch nicht alle Piloten sehen und die Auswertung steht erst dann fest wenn alle Runden beendet sind, da jeder Kreis für sich eine Runde ist, also wenn alle Piloten 2 mal auf einem Kreis geflogen sind ist die Runde beendet. Einzig das Finale wird auf einem Kreis wie früher geflogen. Christoph Holtermann war gut in Form und schrammte vorübergehend mit einem halben Punkt am Finale vorbei. Nachdem dann nachgerechnet wurde stellte sich ein Eingabefehler bei der Auswertung heraus und er rutschte für uns auf einen guten 17. Platz, der dann auch nicht mehr so weh tat wie der 16.. Der arme Rob Gruber USA, Juniorweltmeister 2004, der sich bis dahin im Finale glaubte flog raus. Stephan Rätsch erreichte den 64. Platz. Willi Schmnitz der mit seinem Elektroantrieb an den Start ging, konnte nicht überzeugen. Eine längere Vorbereitungsphase hätte vielleicht geholfen.
Unser Junior Cornelius Gehrig, der zum ersten Mal auf einer WM war, ging sehr souverän mit der Situation um. Zweimal wurde er vom Wind voll erwischt, konnte sein Modell aber noch retten. Dafür kam der Ausgleich bei seinen letzten beiden Flügen, mit seiner Leistung waren er und wir vollkommen zufrieden. Wir hoffen dich beim nächsten Mal wieder dabei zu haben! Gewonnen hat Remi Beringer FRA,, vor Paul Walker und David Fitzgerald beide USA. Wann kam der letzte Weltmeister aus Europa? Ich habe mal in alten Archiven gebuddelt, gefunden habe ich Anatoly Kolesnikov damals noch USSR 1986 auf der WM in Ungarn. Also genau vor 20 Jahren. Wenn ich falsch liege bitte melden. In der Juniorwertung nahm sich Maurizio Milano ITA den Titel verdient mit nach Hause. Wir durften Maurizio schon einige Male auf WM’s und EM’s beobachten und er war jetzt nach Rob Gruber, Richard Kornmeier und Petr Durcak an der Reihe.
Unsere Team-Racer Erik Leupold/Klaus Engfer hatten auch nicht gerade das Glück gepachtet. Stimmte zu Hause noch alles, trat in Spanien genau das Gegenteil ein. Im ersten Rennen gab es einen Crash in dem der Pilot aus Singapur von oben auf das Modell von Klaus knallte, Erik konnte zwar noch laden, aber das Modell war derartig beschädigt, dass es vor Ort nicht repariert werden konnte. In dem darauffolgendem Tumult flog der Unglückspilot in die Leine von Team Kramarenko/Chayka und ließ dabei den Griff los. Dieser umwickelte die Leine von Valeriy so, daß er keine Möglichkeit mehr hatte sein Modell zu steuern. Alle Bemühungen von Valeriy seinen Team-Racer zu retten hatten keinen Zweck und das Modell schlug voll auf den Asphalt und war zerstört. Überhaupt gab es viel “Edelschrott”, Team-Race ist mittlerweile eine Klasse die nicht nur teuer sondern auch wahnsinnsschnell geworden ist. Neue Teams tauchen kaum noch auf, wie auch? - als Neuling hat man kaum eine Chance bei den Geschwindigkeiten, die kaum beherrschbar sind, einzusteigen. Schaut man sich das Teilnehmerfeld an tauchen immer wieder die selben Gesichter auf. In 10 Jahren werden wohl bloss noch halb so viele Teams zu einer WM fahren, weil viele dann schon zu alt sind um bei diesen Geschwindigkeiten mithalten zu können. Team Race, eine Klasse die sich selber ins “Aus” schießt. Bei den nächsten Läufen kamen Erik und Klaus nicht mehr auf die Rundenzahl die nötig gewesen wären. Zwei Runden mehr und die beiden wären evtl. im Semifinale gewesen. Wo das Problem lag wissen wir bis heute nicht. Die alten Weltmeister sind auch wieder die neuen, die Suruguebrüder FRA haben sich den Titel zum 2. mal hintereinander gesichert. 2. wurden Bondarenko/Lerner UKR vor Kamarenko/Chayka UKR. Einzige Juniorteilnehmer waren Won Jie/Jim Lin die sich gut geschlagen haben und die als einzige aus Singapur gezeigt haben wie man Team-Race fliegen sollte.
Bei F2D musste Steffen Teubel als erstes gegen den Italiener Paolo Piccinni ran. Bei dieser Jagd wurde er disqualifiziert, er glaubte einen Schlag verspürt zu haben. Dieser rührte daher, dass sein Modell als Freiflieger über ihn rüber ist. Der anschließende Ruck war wohl der Schlag den er verspürte und riss ihm damit die Hand auf. Griff loslassen bedeutet nun mal Disqualifizierung. Die zweite Jagd von ihm gegen Henning Forbech war ein wahrer Genuss, beide haben absolut sauber, fair und hart gekämpft, in der aber Henning klar als Sieger hervor ging. Jiri Karger hatte seine 1. Jagd gewonnen, die zweite verloren, bei Lothar Hentschel war es umgekehrt, wobei er mehr wie deutlich mit 5:1 Schnitten gewonnen hat. Allerdings haben beide ihre darauffolgenden Jagden verloren und wurden zu Touristen.
Ebenfalls unser Supermechaniker Ronny Matthei der immer vollen Einsatz zeigte. Gewonnen hat Igor Trifonov RUS, Artem Martov Jun. RUS und Ivan Mackenzie CAN. Zu Combat ist noch zu sagen, dass die Safety rules vor der WM Wirkung zeigten. Ein bewußt herbeigeführter Leinentengel um einen Fly-away zu provozieren würde sofort bestraft werden. Die meisten Piloten haben diesen Wink mit Zaunpfahl verstanden. Dort wo es versucht wurde griff die Jury auch wirklich sofort ein. Hut ab, eine Spitzenjury.
Abschließend ist zu sagen das wir eine gut organisierte Weltmeisterschaft besuchen durften, klar Kleinigkeiten findet man immer an die man rummeckern kann aber wo findet man die nicht? Im Gegensatz zur EM 2005 war diese WM erstklassig. Danke an Yolanda und ihrem Team in Valladolid. Solltet ihr nochmal eine große Veranstaltung ausrichten sind wir wieder dabei.
Ergebnisse hier
Ein paar Worte an unser Team
Wir waren vielleicht sportlich gesehen nicht die beste Mannschaft, was aber den Teamgeist und den Zusammenhalt angeht schon. Dafür hat unsere Truppe alleine schon eine Medaille verdient. Bedanken möchten wir uns nochmal beim ganzen Team für eine Woche, die riesig viel Spaß gemacht hat und die wir nicht so schnell vergessen werden, danke für den spanischen Schinken (auch ein Danke an Gerd), er schmeckt erstklassig, (Erik hat sich auf der Rückfahrt nicht über ihn hergemacht) und danke für das Gedicht, das wir keinem vorenthalten möchten.
Von Stephan dem Pöt (Poet)
An Claudia und Uwe Valladolid 2006
Was wär es doch ein tristes Leben, würd es den Fesselflug nicht geben. An Leinen hängen die Flieger dran, am anderen Ende meist ein Mann. Die Motörchen knattern lustig vor sich hin Und geben dem Flieger ihren Sinn.
In der bunten Gemeinde der verrückten Flieger, ein Pärchen man findet immer wieder. Seit vielen Jahren miteinander verbunden, drehen sie so ihre Runden.
Sein Modell mit sägendem Geheul Ist für viele ein richtig Greul. Doch uns Uwe lässt das ziemlich kalt, wenn er aus dem Looping nah über den Boden knallt. Kunstflugflieger ist der Mann, der auch richtig große Flieger fliegen kann. Claudia, beschäftigt mit anderen Dingen dagegen, ist für uns alle ein großer Segen.
Als erfahrene Fotografin und Editorin, schreibt ins Fesselflug-Center sie Artikel ‘rin. Ihre Internet-Seiten sind immer aktuell, denn sie agiert unheimlich schnell.
Mit flinken Finger tippt sie geschwind die neusten Geschichten und animiert viele Leute sogar zum dichten. Ständig gibt’s dort was Neues zu lesen, man bleibt dumm, ist man nicht auf ihrer Web-Seite gewesen.
Und obwohl beide so geschäftig wie der Wind, sie auch noch Mannschaftsführer geworden sind. Das ist für uns ziemlich wichtig, denn ohne sie läuft gar nichts richtig.
Sie halten zusammen die ganze Bagage, damit wir nicht geraten in Rage. Uwe mit kesser Zunge, oft wie ein pubertierender Junge.
Kümmert sich um alle Mannschafts-Belange, mutig voran geht er ganz ohne Bange. Immer ein Späßchen locker verteilt, der Ruf als “Bulle von Valladolid” voraus ihm eilt.
Daher sei an Euch Beide ein fettes Lob hier ausgesprochen, für die viele Arbeit der letzten Wochen. Ihr habt das wirklich gut gemacht, das Team hielt zusammen, ist nicht verkracht.
Bitte macht weiter so denn Ihr macht uns alle froh. Als Teammanger-Pärchen seid ihr unschlagbar, das weiß jeder, ist doch klar.
Danke sagen Claudia und Uwe (heul, schnief, freu)
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