|
Ein Seitenleitwerk in Sandwichbauweise
Ich war schon immer begeistert von der Leichtigkeit und Festigkeit von Teilen ,die in Sandwichbauweise hergestellt waren. Ob wir diese Festigkeit überhaupt brauchen steht auf einem anderen Blatt. Aber zwischendurch experimentiert man ja auch mal ganz gerne.
Ich hatte 2003_2004 in einem Winter drei Impacts gebaut. Damals habe ich viele Teile die ja bei allen drei Modellen gleich sind in GFK gefertigt um Zeit zu sparen. Aus dieser Zeit habe ich also noch eine Form für ein Heckteil des Modells. Es war also das einfachste mit dieser vorhandenen Form ein Sandwichteil zu bauen, um auch gleich einen Gewichtsvergleich zu haben.
Das Sandwich ist folgendermassen aufgebaut: Die Aussenhaut besteht aus 2 Lagen 49g/qm Glasseide Die Mittelschicht ist Honeycombmatte von R&G (hier 3 mm dick, ich bekam es für Testzwecke geschenkt, aber die 2 mm dicken dürften zum gleichen Ergebnis führen). Die Innenhaut ist eine Lage 49 g/qm Glasseide.
Das Ergebnis hat mich so ermutigt,dass ich plane im Nächsten Winter, falls es die Zeit zulässt, einen Rumpf in dieser Bauweise zu erstellen. Das Original GFK-Teil am Impact wog 65g, das Sandwichteil nur 45g. Dabei machte das Teil auch noch einen viel solideren Eindruck. Es war bocksteif und nicht so schlabberig wie das reine GFK-Teil.
Ich werde anhand von ein paar Bildern zeigen, wie ich das Teil gebaut habe.
Für alle Arbeitsschritte gilt: Formen vor gebrauch mit Trennmittel behandeln. Harz so sparsam wie irgend möglich verwenden, die Faser muss nur getränkt, nicht beschichtet sein. Besonders die Aussenlage komplett durchhärten lassen, sonst drücken sich die Waben durch.
Auf einen kompletten Rumpf hochgerechnet, sollte es möglich sein ihn mit einem Gewicht von um die 170g herzustellen.Der Aufwand lohnt sich natürlich nur, wenn man mehrere gleiche Modelle baut. Man hätte aber den Vorteil, jeden Rumpf individuell zu verstärken. Zum Beispiel an den kritischen Stellen von zerlegbaren Modellen noch Kohlegewebe zur Verstärkung einzufügen.
Hier jetzt die Herstellungweise:
zum Vergrößern auf die Bilder klicken
 Glasmatte mit Übermass einlegen und tränken.
 Nach dem Aushärten den Überstand abschneiden.
 Die Aussenhaut von innen vorsichtig anschleifen und dann mit verdünntem Harz einstreichen.
 Die genau zugeschnittene Sandwichmatte in das nasse Harz einlegen,evtl. Punktweise mit 5min. Epoxy an ein zwei Punkten gegen verschieben sichern.Da in dem hier gezeigten Beispiel die Kanten teilweise dünner als 2 Lagen Honeycombs waren hab ich an den Stellen einfach Material mit einem Bohrschleifer weggenommen.Die Aussenkanten hab ich dabei gleich gerundet.
 Das ganze in einen Foliensack und dann die Luft abgesaugt.Im Vakuum aushärten lassen.
 Die Innenhaut(mit viel Übermass) auf eine Folie,an der kein Epoxy haften bleibt,legen und tränken.
 Das ganze dann auf den Sandwichkern legen und leicht andrücken.
 Dann wieder die Luft absaugen und im Vakuum aushärten lassen,bei diesem Schritt empfehle ich dringend das gezeigte Absaugvliess zu verwenden um sicherzustellen,dass die Aussenhaut überall anliegt.
 Nachdem das überstehende Glasgewebe weggeschnitten wurde ,werden die Kanten des Kerns mit einem Bohrschleifer bündig zur Form geschliffen.In die offenen Waben kommt jetzt ein Gemisch aus Microballons und Epoxy.
 Ich habe hier noch zur Verstärkung,Verschleissschutz (z.B. Bei Rückenfluglandungen auf einer Festbelagpiste)noch einen Epoxygetränkten Carbonfaden eingelegt.
 Beide so vorbereiteten Formhälften werden jetzt nass in nass zusammengefügt und zugeschraubt.Vor dem Entformen aushärten lassen.
 So sieht das ganze dann fertig aus.Es müssen nur noch die Ränder entgratet werden. Wer sich für diese Bauweise interessiert findet auf der Homepage von R&G viel zu lesen. Wie gesagt,ob so ein Aufwand nötig ist kann diskutiert werden,aber es hat Spass gemacht und wenn irgend möglich werde ich in dieser Richtung weitere Experimente machen.
Uwe Kehnen
|