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Finish für F2B Modelle von Peter Germann
Anforderungen Modellflugzeuge für Fessel-Kunstflug müssen sehr stabil, starr und trotzdem leicht gebaut sein. Sie sind mit starken Verbrennungsmotoren ausgerüstet, werden (meistens…) jahrelang intensiv unter hoher Belastung bei jedem Wetter geflogen und sollten darüber hinaus eine attraktives und dauerhaftes Finish aufweisen. Übliche Verfahren dies zu erreichen sind:
Die Bespannung mit Folie Diese ist leicht, trägt aber wenig zur Torsionssteifigkeit bespannter Flächen bei und die weiche Oberfläche kann bereits nach kurzem Gebrauch unschön aussehen. Zudem ist die Haftung der Folie an kritischen Kanten, besonders unter dem Einfluss heißen Oels, nicht immer dauerhaft gegeben. Nichtsdestoweniger ist die Anwendung guter Marken-Folie eine gute und durchaus empfehlenswerte Lösung. Übliche Folien wiegen, je nach Farbe, zwischen 0.5 und 1.20 Gramm pro qdm. bzw., wenn das ganze Modell mit Folie bespannt wird, zwischen 82 und 200 Gramm, bei einem großen 10er Kunstflugmodell.
oder:
Die Bespannung mit Papier bzw. Seide und anschließende Lackierung Oberflächenhärte und Haltbarkeit einer 2-K Lackierung sind sehr gut und die darunter liegende Bespannung ergibt einen Zuwachs an Festigkeit. Allerdings gilt es von im professionellen Lackier-Bereich üblichen Methoden zur Verbesserung der Oberflächenqualität Abstand zu nehmen. Zu grosszügig eingesetzte Spachtelmassen und Spritzspachtel, sogenannte Füller, führen unweigerlich zu hohem Gewicht. Ein gewichtsbewusst ausgeführtes Finish in Seide, abschließend lackiert mit 2-K Klarlack, wiegt 1.4 Gramm pro qdm, bzw. ca. 235 Gramm (8.3 oz.) bei einem großen 10er Kunstflugmodell.
Seide oder Papier? Papier, zum Beispiel das amerikanische „Silkspan GM medium“ (Brodak), ist geringfügig leichter als Seide und lässt sich, mit Wasser gut angefeuchtet, einfach aufbringen. Es spannt sehr gut, benötigt nicht viel Spannlack und bringt zusätzliche Festigkeit. Es gibt auch durchscheinend gefärbte Bespannpapiere, bei denen die schöne Struktur einer Holzkonstruktion gut zur Geltung kommt. Ein Problem bei Papier ist, da wir Nitro-Spannlacke verwenden, die Versprödung der Bespannung. Sie kann im Verlauf der Zeit zu Haarrissen führen und sie macht die Papierbespannung sehr empfindlich. In reduzierten Umfang besteht das Problem der Versprödung auch bei Seide. Es lässt sich allerdings durch die Beigabe eines geeigneten Weichmachers, z.B.“Flex-All“, zum Spannlack vermeiden. Bei Flex-All ist das Mischungsverhältnis zu unverdünntem Spannlack ca.1:40, bzw. 1 Esslöffel auf 400 ccm. Auch Rizinusoel oder die bei Autolackierern erhältlichen Weichmacher für Autolacke beugen der Versprödung vor. Einige moderne Fabrikate, nicht aber die berühmten Restbestände aus alter Zeit, von Nitro-Spannlacken enthalten bereits Weichmacher, eine weitere Zugabe ist unnötig. Im Zweifel macht es Sinn, den Hersteller anzufragen. Hätten wir die amerikanischen Kunstharz-Spannlacke (Brodak Butyrate Dope) zur Verfügung, dann wäre die Versprödung kein Problem. Leider, da das Material feuergefährlich ist, sehe ich keine Möglichkeit es auf dem Luftweg zu beschaffen.
Meine Wahl ist Seide. Diese ist zwar nicht ganz so einfach zu verarbeiten und sie benötigt auch etwas mehr Spannlack, dafür ist aber die Festigkeit, auch über sehr lange Zeit, deutlich besser. Ich verwende, weiße, reine Japanseide (Ponge) im Gewicht von ca. 15-20 Gramm pro qm
Bespannen mit Seide und 2-Schicht Lackierung
Imprägnierung Alle Holzteile werden, vor dem Zusammenbau und auch in allen Hohlräumen, mit zu 70% verdünntem Spannlack gestrichen und damit gegen später im Flugbetrieb eindringende Feuchtigkeit einigermaßen imprägniert. Wenn man zu diesem Spannlack einen Spritzer Basislack zugibt, dann lässt sich sehr schön kontrollieren ob auch alle Flächen erreicht wurden.
Arbeitsvorbereitung Alle Kanten und Ecken in der Werkstatt und auf dem Arbeitstisch polstern und aus dem Weg mit allem was beim offenbar unvermeidlichem Anschlagen Beulen im weichen Holz hinterlässt! Für alle flachen Bauteile, so wie Flügel, Flaps, Ruder usw. je ein ebenes Grundbretter bereitstellen und auf diesem Hilfskonstruktionen bestehend aus kleinen Balsaklötzchen aufkleben, welche das hoffentlich plane Bauteil exakt positionieren und es dabei gleichzeitig spannungsfrei unterstützen.
Vorbereiten der Holz-Oberfläche Alle Oberflächen werden, wo immer möglich mit einem Styropor Schleifklotz, mit Holz-Schleifpapier der Körnung 240 fein geschliffen. Dabei wird die Qualität der Flächen im sehr flach einfallenden Licht geprüft. Jede Delle und Leimfuge die hier übersehen wird, ist später am fertigen Flieger sehr gut zu sehen. Entsteht irgendwo ein Eindruck, z.B, durch einen Fingernagel, dann wird ein Tropfen Wasser aufgetragen und die aufquellende Stelle nach dem Trocknen überschliffen. Tiefere, kleinflächige Beulen werden mit „Schnellspachtel“ aus der Tube (Eine weiße Kreide-Acryl-Dispersion, die es im Baumarkt gibt) ausgefüllt und am nächsten Tag verschliffen. Auch feine, nicht mehr als 2 mm breite, Übergänge lassen sich, mit ein bisschen Übung, mit Schnellspachtel erstellen und verschleifen. Sind alle Flächen wirklich perfekt, und erst dann, werden die Kanten aller offenen Fenster (z.B. Rippenfenster) ganz leicht angefast bzw. gerundet. Die die gleichmässige Breite der Fase beträgt ca. 1 - 1.5 mm, das genügt, um das spätere Herunterziehen der Bespannung zu vermeiden. Es folgt der erste, sparsame Anstrich mit zu 50% verdünntem und leicht angefärbtem Spannlack. Alle Bauteile werden im gleichen Arbeitsgang auf beiden Seiten gestrichen und, sobald sie staubtrocken sind, auf die vorbereiteten Hellinge gelegt und für mindestens 24 Std. (bei Raumtemperatur) beschwert. Anschließend werden, wieder wo möglich mit dem Styropor Schleifklotz, die Flächen mit 240er leicht überschliffen und neu sichtbare Fehler mit Schnellspachtel korrigiert. Die Verwendung von Schnellspachtel ist nur ganz vereinzelt für kleine Korrekturen möglich, denn das Material ist nicht ganz leicht. Es folgt ein zweiter Anstrich mit zu 50% verdünntem Spannlack. Danach erneut überschleifen und dabei auch die angefasten Kanten sauber verputzen. Einspannen nicht vergessen und 24 Std trocknen lassen. Vor dem Bespannen werden die Aussenkanten der Bauteile mit unverdünntem Spannlack ca. 1-2 cm breit gestrichen und trocknen gelassen. Hier kann auf das Einspannen verzichtet werden.
Bespannen mit Seide An sich eine einfache Sache, aber wie immer wenn etwas „einfach“ sein soll, es gilt aufzupassen und sorgfältig zu arbeiten! Zu beachten ist die „Laufrichtung“ des Gewebes. Dies sind die in Längsrichtung der Rolle, bzw. des Ballens, laufenden Fäden. Im Gegensatz dazu gibt es die Querfäden oder die „Schussrichtung“. Wer Mühe hat die Laufrichtung zu bestimmen, der geht in ein Textilgeschäft alter Schule und lässt sich die Sache zeigen. Im Gegenzug muss er aber dann erklären, wozu er das wissen will. Wie auch immer, das Zuschneiden der Seide, rundherum großzügig einige cm größer, wird so gemacht, dass die Laufrichtung des Gewebes parallel zu den Endholmen verläuft. Seide wird nass, das heißt gründlich mit Wasser eingesprüht, aufgezogen. Und zwar so, dass alle vier (Ja, man braucht Hilfe) Ecken angefasst und das Material wirklich straff gespannt und danach langsam auf die Fläche aufgelegt wird. Anschließend werden verbleibende, ungenügend gespannte Stellen durch Ziehen am überstehenden Material, korrigiert. Dabei, wenn nötig, Wasser nachsprühen, so dass zum Einen das Gewebe feucht bleibt, und es zum Anderen auf dem Holz etwas „klebt“. Dies ist ein kritischer Vorgang. Die makellose Spannung des noch feuchten Gewebes ist sehr wichtig und nicht einfach zu sehen. Gut geht es, wenn im flach einfallenden Licht nicht nur nach Falten, sondern vor allem nach leicht durchhängenden Stellen gesucht wird. Es ist entscheidend, hier sorgfältig zu arbeiten und die Seide immer feucht zu halten, das spätere Resultat lohnt den Aufwand. Wenn die untere Seite der Fläche in Ordnung ist, dann wird mit verdünntem Spannlack entlang des Nasenholms ein 1 cm breiter Streifen verklebt. Anschließend wird die Seide auch am Endholm genauso befestigt. Jetzt, so lange die Verklebung am Endholm noch nicht trocken ist, wird die immer noch feuchte Seide cm für cm durch vorsichtig dosiertes Ziehen am überstehenden Material nachgespannt. Dabei fällt das Gewebe zwischen den Rippen etwas ein, ist aber straff. Um zwischen den Rippen wieder eine (fast) ebene Fläche zu bekommen, wird die Seide zuerst auf der Mittenbeplankung verklebt und danach, genau wie am Endholm, am Randbogen durch Ziehen gespannt. Das Spannen in beiden Richtungen wird so lange fortgeführt, bis im flachen Licht absolut keine Dellen oder gar Falten mehr zu sehen sind. Dabei zwar gut spannen, aber, vor allem bei dünnen Bauteilen wie z.B. Flaps, nicht übertreiben und auf jeden Fall ein Deformieren durch zu starkes Spannen vermeiden. Nachdem die Unterseite der Fläche fertig bespannt ist, wird das überstehende Gewebe mit einer scharfen Schere parallel zur Kontur so beschnitten, dass es sich 2 cm um die Flügelnase und einige mm um den Endholm herumlegen und mit unverdünntem Spannlack verkleben lässt. Unmittelbar danach wird die Oberseite auf die gleiche Art bespannt und dann die Fläche für mindestens 8 Stunden zum Trocknen eingespannt. Vor dem Auftragen der ersten Spannlackschicht wird die Spannung noch einmal sorgfältig kontrolliert und, wo nötig, nach dem Lösen der Verklebung mit Verdünner, korrigiert. Erst nach dieser wichtigen Kontrolle folgt, als erster Schritt aller folgenden Anstriche, die Verfestigung aller Übergänge bzw. Kanten und Überlappungen. Dazu wird mit einem schmalen Pinsel ein ca. 5 mm breiter Strich unverdünnten Spannlackes aufgetragen und zwar um alle Rippenfenster und sonstigen Kanten rundherum. Damit erzeugen wir an diesen Stellen mehr Schichtdicke und verringern so die Gefahr des späteren Durchschleifens. Der erste Anstrich mit, zu 50% verdünntem und in der zukünftigen Grundfarbe, bzw. mit einigen Tropfen Basislack, schwach angefärbtem, Spannlack erfolgt mit einem sehr weichen, ca. 30 mm breiten Flachpinsel. Dabei wird der Lack äußerst sparsam hauchdünn und ohne Druck nur auf die offenen Fensterflächen aufgetragen. Der Pinsel wird dabei paralell zum Endholm geführt. Ober- und Unterseite werden unmittelbar nacheinander gestrichen und, sobald die Fläche staubtrocken ist, wird sie in die vorbereitete Helling (siehe oben) eingespannt. Dabei werden kleine Balsaleisten unter die Gewichte gelegt, denn, sollte einmal etwas kleben bleiben, diese lassen sich leicht herausschleifen. Nach 24 Std. erfolgt der zweite Anstrich mit zu 50% verdünntem Spannlack, wobei auch jetzt zuerst wieder die Kanten mit unverdünntem Spannlack versiegelt werden. Der sparsame Anstrich selbst erfolgt jetzt ganzflächig, quer zur Fläche. Wieder beide Seiten unmittelbar nacheinander streichen und dann einspannen.
Zu diesem Zeitpunkt erfolgt die erste Qualitätskontrolle. Sollte sich irgendwo eine durchhängende Stelle oder Falte gebildet haben, so ist dieser Fehler jetzt zu korrigieren. Der naheliegende Versuch, das Problem durch mehr Spannlack zu lösen, ist in aller Regel nicht erfolgreich. Die betroffene Stelle muss, durch Lösen mit Verdünner und Nachspannen, oder gar durch partielles Ersetzen der Bespannung, repariert werden. Danach, wir wissen es schon, zuerst wieder die Kanten versiegeln und dann den 3. Anstrich mit verdünntem Spannlack ausführen. Pinselstriche quer zum letzten Anstrich und einspannen.
Nach dem 3. Anstrich wird zum ersten Mal geschliffen, und zwar mit 240er Schleifpapier für Holz. Überlappungen und flache Stellen können dabei vorsichtig mit einem weichen (Styrpor) Schleifklotz bearbeitet werden, währenddem die offenen Stellen und die Kanten der Fenster nur mit gefaltetem Schleifpapier äußerst vorsichtig und nur ganz fein angeschliffen werden. Es geht lediglich darum, evtl. vorstehende Gewebefasern und/oder Staubpartikel flachzuschleifen, mehr nicht. Wer durchschleift, und das kommt vor, der klebt einen ganz kleinen Flicken aud die Stelle und versiegelt ihn mit 2-3 Anstrichen unverdünnten Spannlackes. Danach folgen Anstriche 4 und 5, wobei jeweils zuerst die Kanten versiegelt werden. Die Richtung der Pinselstriche wird dazwischen gewechselt und nach jedem Anstrich wird die Fläche wieder eingespannt.
Auf dem 5. Anstrich wird an einigen Stellen nach dem Trocknen etwas Glanz aufziehen und es folgt der 2. Schliff, wieder mit 240er und wieder, vor allem entlang von Holz-Seide Übergängen, sehr vorsichtig.
Wichtig: Ab diesem Zeitpunkt wird die Fläche nur noch mit trockenen, fettfreien Fingern angefasst! Noch besser sind dünne, billige Baumwollhandschuhe. Wer meint, das sei etwas übertrieben, der wird beim Abziehen von Abdeckbändern und Spritzmasken möglicherweise eines Besseren belehrt.
Nach dem erneuten Versiegeln der Kanten schließt der 6. Anstrich die Lackierung mit Spannlack ab und danach sollte die Oberfläche gut, wenn auch nicht steinhart, gespannt sein und ganz leicht glänzen. Abschließend wird noch einmal noch einmal ganz fein und vorsichtig mit 240er Papier überschliffen. Wo nötig, muss partiell mit unverdünntem Spannlack nachgebessert und geschliffen werden. Auch können kleinere Fehler jetzt mit Schnellspachtel korrigiert werden. Auch bei diesem Arbeitsgang geht es nur darum eine saubere Oberfläche zu erhalten. Es geht, und das ist wichtig, nicht darum eine perfekt mattgeschliffen Fläche, völlig frei von Glanzstellen und Pinselstrichen, zu erzeugen. Dafür ist die Schichtdicke des Spannlackes bei Weitem nicht groß genug. Zum Schluss wird die Oberfläche mit einem feinkörnigen (1000er) Schleifvlies (gibt’s beim Autolack-Lieferanten) sanft und mit wenig Druck vorsichtig angerauht.
Die Fläche ist jetzt einbaufertig, bzw. bereit für die Grundlackierung. Die bisherigen Arbeitsgänge, also des Bespannen aller Flächen und des Rumpfes mit Seide und der Auftrag von 6 Schichten Spannlack, erhöhen das Gewicht des Flugzeuges um 0.6 Gramm pro qdm Oberfläche, bzw. um 100 Gramm bei einem grossen Kunstflugmodell mit einer gesamten Oberfläche von 170 qdm.
Wo lackieren? Nun, erste Wahl wäre die Spritzkabine des Autolackierers welcher die teuren Lacke verkauft hat. Wenn man ihm zudem glaubhaft erklärt, die Kabine nur außerhalb der Arbeitszeit zu beanspruchen, die eigene Pistole mitzubringen und alles in bestem Zustand sauber gereinigt zu hinterlassen, so hat man vielleicht sogar eine Chance. Wenn nicht, dann geht’s auch in der Garage, wobei die Autos raus müssen und aller Besitz der Ehefrau abgedeckt werden sollte. Natürlich, staubfrei sollte es schon sein und so empfiehlt es sich, die Garage vorher „feucht aufzunehmen“ wie wir Haushalt Experten sagen. Nicht vergessen, zusätzliches Licht zu installieren, nur so kann man Schichtdicken wirklich gut sehen. Ich habe eine ganze Reihe von Modellen im Garten lackiert, auch das geht, wobei ein klärendes Vorgespräch mit dem Nachbarn hilfreich ist. (Der Geruch, einmal in 12 Monaten während 30 Minuten, ist wirklich nicht sehr gefährlich)
Vorbereitung zur Lackierung Fundamental wichtig sind zwei Faktoren: Erstens staubfrei: In aller Hohlräumen und Öffnungen des Fliegers steckt viel Schleifstaub. Dieser wird, am besten im Freien gründlich herausgeblasen. Eine weitere Quelle ärgerlichen Staubes ist die übliche Werkstattkleidung, sitzt sie doch voller Balsaholzpartikel. Zeit also, sich standesgemäß mit frisch gewaschenen „Klamotten“ neu einzukleiden. Ich empfehle zudem, unmittelbar vor dem Spritzen, alle Flächen mit einem so genannten „Honigtuch“ abzuwischen. Das ist ein klebriger Lappen, welcher auch noch das letzte Staubpartikel aufnimmt. „Honigtücher“ gibt es beim Lieferanten von Autolacken. Zweitens fettfrei: Die Profis tragen, ab einem bestimmten Zeitpunkt Baumwollhandschuhe um fettige Fingerabdrücke zu vermeiden. Vor der Lackierung wird zudem der Untergrund mit einem speziellen Reiniger (auch:“Silikonentferner“) feucht abgewischt. Dieser Reiniger verträgt sich mit den Basisfarben und kann bzw. soll deswegen auch vor späteren Spritzvorgängen eingesetzt werden.
Die Grundlackierung Basislacke können nicht mit dem Pinsel aufgetragen werden, sondern werden gespritzt. Bei einer Düsengrösse von 0.5 bis 0.8 mm reicht ein Luftdruck von ca. 2.5 bar. Der Farbregler, hinten an der Düsennadel, wird nur soweit aufgedreht, als dass sich beim vollen Durchziehen des Abzuges auf einem Teststück gerade eine dünne Farbschicht ohne Läufe bildet. Beim Öffnen einer angebrauchten Farbdose ist darauf zu achten, dass keine eingetrockneten Reste hineinfallen. Gut wäre es gewesen beim letzten Mal vor dem Verschließen alles gut reinigen, dann hätte schon gar nichts mehr eintrocknen und später hineinfallen könnte. Nach längerer Standzeit der Dose setzen sich die Farbpigmente unten ab. Vor dem Gebrauch ist deswegen gründlich und lange genug aufzurühren. Die Farbe wird, genau nach Anweisung des Herstellers (50% bei Standox, 25% bei Glasurit) mit dem dazugehörigen Verdünner verdünnt und sehr gut aufgerührt.
Die Grundfarbe, oft ist es Weiß, soll so gut decken, das unterschiedliche Färbungen des Untergrundes nicht durchscheinen. Interessante Hinweise für den Betrachter ergeben sich aus vergessenen Strichmarkierungen von Faserschreibern. Sie scheinen durch alle Lackschichten hindurch und müssen vermieden, bzw. noch vor dem Bespannen entfernt werden. Im Zweifel ist es sinnvoll, dunkle Stellen vorzuspritzen und nach kurzem Ablüften (10 Minuten) fertig zu lackieren. Als erstes alle Konturen, Ränder, Kanten und Hohlräume mit dem Rundstrahl gut deckend, aber nicht mehr, vorlackiert. Unmittelbar danach werden, immer noch mit dem Rundstrahl, alle Flächen im Kreuzgang einmal lackiert. Kreuzgang bedeutet zeilenweises Abarbeiten einer Fläche, wobei jeweils am Ende einer Zeile der Abzug der Pistole kurz losgelassen wird. Besonders gut sieht man die Schichtdicke im flachen Licht und so setzt man Zeile neben Zeile, nur gerade knapp deckend und noch etwas matt bleibend. Ist eine Fläche in einer Richtung fertig, so folgt der um 90° versetzte Kreuzgang. Jetzt wird die ganze Fläche gerade knapp glänzend. Auf der Unterseite des Fliegers, und auch dort wo später großflächige Verzierungen aufgetragen werden, genügt es etwas dünner zu spritzen. Die Trockenzeit der Grundfarbe beträgt, bei 20°, ca. 3 Stunden. Die Oberfläche bleibt matt, ist nicht hart und empfindlich. Fingerabdrücke sind unbedingt zu vermeiden, denn sie verhindern die Haftung nachfolgender Farben und/oder Tuschelinien recht zuverlässig.
Zierfarben Bei allen Arbeiten auf der empfindlichen Grundfarbe ist vorsichtig zu verfahren, um Beschädigungen der Fläche und Fingerabdrücke zu vermeiden. Beim Auftrag der folgenden (Basis-) Lacke werden zuerst die hellen Farben inkl. Rot, dann die dunklen Töne und am Schluss die Metalleffektlacke gespritzt. Mit Lineal und Kurven, bzw. Kreisschablonen werden die Konturen auf der matten Grundfarbe mit einem weichen, spitzen Bleistift ganz fein markiert. Danach wird die Farbtrennung, mit Linierband und/oder Maskierfolie, so abgeklebt, dass der Bleistiftstrich 1-2 mm von der Trennkante entfernt sichtbar bleibt. Band und Folie sind dann genügend gut angedrückt, wenn sie etwas dunkler erscheinen. Ecken und Übergänge zu aus Maskierfolie geschnittenen Bögen werden zuerst überlappt und danach wird der Überstand, mit Lupe und sehr scharfem Skalpell, vorsichtig so beschnitten, dass beide verbleibenden Teile nahtlos aneinander anliegen und plan aufliegen. Zur Sicherheit wird der Stoss mit einem kleinen Stück Linierband überklebt. Offene Flächen innerhalb der Konturen werden mit herkömmlichem Krepp-Abdeckband und Glanzpapierseiten aus Zeitschriften (Nicht aus Zeitungen, diese sind, wie man weiß, nicht immer ganz dicht) perfekt schließend abgedeckt. Dabei überlappt das Krepp-Abdeckband die Linierbänder. Die jetzt noch sichtbaren Bleistiftmarkierungen werden mit einem weichen, sauberen Radiergummi entfernt. Unmittelbar vor dem Spritzen wird die staubfreie Oberfläche mit dem Reiniger feucht abgewischt. Zuerst werden alle Farbkanten gespritzt. Dabei wird die Pistole senkrecht von oben auf die Trennkante gerichtet und zügig entlang geführt. Anschließend folgen die Flächen im Kreuzgang, wobei die Farbe nur gerade knapp deckend aufgetragen wird. Nach 2 Stunden können die Abdeckungen entfernt werden. Die Bänder werden dazu flach umgelegt und unter 45° von der Kante weg ganz langsam und vorsichtig abgezogen. Nach 8 Stunden können nach oben vorstehende Farbkanten, mit der Schnittkante einer frisch zerschnitten (alten...) Kreditkarte, vorsichtig „glattgehobelt“ werden. Dabei die Karte so führen, dass die entfernten Farbpartikel nicht auf die helle Grundfarbe fallen. Grund- und Zierfarben erhöhen das Gewicht des Fliegers, je nach Größe der Farbfelder, um ca. 0.35 Gramm pro qdm, bzw. um 60 Gramm insgesamt.
Beschriftungen Beliebige Schriften schneidet der Schriftenmaler mit seinem computergesteuerten Schneidplotter, Dies können selbstklebende Buchstaben aus sehr dünner Folie sein, oder dann aber negative Spritzmasken zum Aufkleben, überlackieren und wieder Abziehen. In jedem Fall ist es notwendig, dem Schriftenmaler zu sagen, dass die Buchstaben mit lösungsmittelhaltigem Lack überlackiert bzw. die Maske mit solchen Lacken ausgespritzt werden wird. Er wird eine geeignete Folie auswählen und die Schrift oder Maske mit Transferband zur Montage vorbereiten. Dies ist eine professionelle Lösung hoher Präzision, sie ist aber nicht ganz billig. Weniger kostet es, beim Profi nur das richtige Material, inkl. Transferband, zu kaufen und die Schrift bzw. die Spritzmaske selbst zu zeichnen und mit dem Skalpell zu schneiden. Die Folien für Spritzmasken, auch wenn sie als für lösungsmittelhaltige Lacke geeignet bezeichnet werden, sind nur bedingt lösungsmittelfest. Beim Lackieren einer Schrift ist deswegen ganz dünn zu spritzen und in einem Arbeitsgang die ganze Schrift knapp deckend fertig zu machen. Bei zu dickem Auftrag kann es vorkommen, dass sich die Folie, durch das Lösungsmittel, unmittelbar nach dem Spritzen an der Kante abhebt. Dies ist zwar noch kein Problem, weil die saubere Farbkante ja schon fertig ist, verunmöglicht aber einen zweiten Spritzvorgang.
Logos, Tuschelinien und Anreibebuchstaben Sie werden in dieser Reihenfolge aufgebracht:
Logos. Bei Conrad (www1.conrad.de) gibt es eine mit dem Inkjetdrucker beschreibbare Folie (Artikel-Nr. 233017-62, Kavan superCal) mit der man hauchdünne Wasser-Schiebebilder selbst erzeugen kann. Dabei sind der farbigen Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Die Grafik, oder auch ein ganz kleiner Schriftzug, wird auf dem Computer erstellt und auf die klare Folie gedruckt. So wie hier, in allen Farben und nur gerade 13 mm breit:
Nach einer Stunde Trockenzeit wird die bedruckte Seite der Folie mit einem Acryl-Klarlack aus der, gut geschüttelten und vorgewärmten, Spraydose wasserfest fixiert. Am nächsten Tag lassen sich die Schiebebilder schön passend ausschneiden und nach 10 sec. im Wasser auf den Flieger montieren.
Tuschelinien. Um diese sauber zu ziehen, benötigen wir Tuschefüller aus dem Geschäft für Zeichnungsbedarf. Zwei Einsätze in den Breiten 0.3 und 0.5 mm genügen. Die matten Basislacke, sofern sie sauber und vor allem frei von unsichtbaren Fettspuren der Finger sind, nehmen herkömmliche Zeichentusche problemlos an. Wichtig ist, dass die Flächen vorgängig mit Reiniger behandelt werden und dass alle Lineale und Schablonen eine sogenannte untenliegende Tuschkante aufweisen. Ohne diese Kante läuft die Tusche sofort unter das Lineal. Lineale und Schablonen werden mit Klebeband bombensicher fixiert, bevor eine Linie gezogen wird. Wenn sich Linien kreuzen oder eine Ecke bilden, so darf die zweite Linie erst nach dem Trocknen der Ersten angebracht werden. Geduld und innere Ruhe, und sehr gutes Licht, sind gefragt, denn eine einmal angesetzte Linie muss in einem Zug fertig gezeichnet werden. Üben ist sinnvoll… Zeichentusche benötigt, auf dem nicht saugenden Basislack, mindestens drei Stunden um anzutrocknen. Trockene Tuschelinien werden zwar von Wasser angelöst, können jedoch nicht sauber abgewaschen werden. Geht es einmal irgendwo schief, so hilft nur Ausschleifen, Nachlackieren und neu zeichnen. Die Füller werden nach jedem Gebrauch komplett zerlegt, inkl. dem Düsenkopf, sorgfältig unter warmem Wasser gereinigt und trocken wieder zusammengebaut.
Anreibebuchstaben. Mit dem Plotter lassen sich Schriften bis hinunter zu 10 mm Höhe schneiden. Kleiner geht nicht und hier kommen Anreibebuchstaben ins Spiel. Diese führen gut sortierte Papeterien, teilweise sogar in Farbe, und auch einen Anreibestift mit Teflonspitze gibt es dort zu kaufen. Damit bei der Montage der Buchstaben die Oberfläche des Flugzeuges mit dem Anreibestift nicht eingedrückt wird, ist es sinnvoll die Lettern zuerst, durch Anreiben auf dem mitgelieferten, wachsartigen Montagebogen, vorsichtig anzulösen und sie erst dann auf das Modell aufzubringen. Dort werden sie mit ganz wenig Druck übertragen und einzeln unter einem Trennpapier mit dem Daumen gut angepresst.
Decklack In einem ersten Arbeitsgang wird eine kleine Menge, 50 ccm sollten genügen, 2-K Klarlack exakt nach Vorschrift gemischt, und zwar nach Volumen. Zu diesem Zweck müssen ein Tee- und ein Suppenlöffel aus Küchenbeständen requiriert werden. Bei Standox 2K MS Express beträgt das Mischungsverhältnis 2 Teile Lack und 1 Teil Härter. Nach dem Abmessen sind Ausguss und Deckel der Dosen, vor dem Verschließen, mit Verdünner sauber zu reinigen. Mit dem gut gemischten und unverdünnten Lack werden mit dem Pinsel alle Hohlräume und zugänglichen Innenflächen, z.B. Tank- und Motorraum, Innenseite der Motorverschalung, Innenseite von Wartungsdeckeln, Innenseite der Radverschalungen, Pipetunnel, usw. gut deckend lackiert. Dabei sehr darauf achten, dass die Trennflächen nicht lackiert werden und dass, dies vor allem, an den Außenflächen keine Läufe entstehen. Nach 2 Stunden werden Tank- und Motorraum, sowie die Innseite der Motorverschalung und der Auslassbereich des Pipetunnels, ein zweites Mal lackiert. Nach 24 Stunden werden auf die Innenseite aller vorlackierten, losen Teile 20 cm lange Balsaleisten (10 x 3 mm, mit einem Loch an einem Ende) mit Sekundenkleber stumpf aufgeklebt. In die Scharnierschlitze der Flaps und Ruder werden dünne Sperrholzplättchen gesteckt und diese werden mit einer Holzleiste verklebt. Die Kleinteile lassen sich so sehr einfach handhaben und nach dem Lackieren auf die Wäscheleine hängen. Der Flieger selbst wird auf das Stativ montiert. Der bei der Verarbeitung des Klarlackes entstehende Nebel ist klebrig und die Umgebung muss davon geschützt werden. Zudem ist das Tragen einer für 2-K Lacke geeigneten Schutzmaske unbedingt notwendig. Für die abschließende Ganzlackierung werden ca. 250 ccm spritzfertig verdünnter Decklack benötigt. Zuerst werden Lack und Härter nach Vorschrift gemischt und dann wird der Verdünner zugefügt. Die empfohlene Menge des Verdünners sollte dabei um ca. 10% erhöht werde. Wenn also das Merkblatt 25% Verdünnung vorschreibt, so ist dieser Prozentsatz auf 27.5% zu erhöhen. Dies führt dazu, dass der Klarlack schon bei dünnerer Schicht gut verläuft und Glanz bildet. Allerdings erhöht es auch die Tendenz Läufe zu bilden. Das Gemisch sehr gut schütteln und eine Viertelstunde stehen lassen. In der Zwischenzeit wird der Flieger ein letztes Mal, ganz besonders vorsichtig im Bereich von Tuschelinien und Abreibebuchstaben, mit Reiniger feucht abgewischt und mit dem Honigtuch werden die hoffentlich letzten Staubpartikel aufgenommen. Das Spritzen der losen Teile ist eine gute Fingerübung um den Klarlack korrekt aufzubringen. Zuerst werden alle Kanten, Durchbrüche nach innen und Übergänge gespritzt und danach die Außenflächen mit einer ersten, gerade noch ganz wenig matt bleibenden Schicht vorlackiert. Danach lassen wir die losen Teile ca. 20 Minuten ablüften. In dieser Zeit werden schon einmal die umlaufende Kanten, Durchbrüche nach innen und Übergänge des Fliegers auf dem Stativ vorgespritzt. Auch die Anreibebuchstaben und Schiebebilder werden mit einer feinen, matt bleibenden Schicht vorlackiert. Anschließend werden alle Farbübergänge und die großen Schriften mit einer ersten Schicht knapp deckend lackiert. Nachdem die losen Teile abgelüftet sind, werden sie im Kreuzgang fertig gespritzt. Die Schichtdicke wird dabei im flachen Licht ständig kontrolliert. Sobald satter Hochglanz aufzieht, ist das Ziel erreicht und die Teile können zum Trocknen bzw. Aushärten aus unmittelbarer Nähe entfernt und aufgehängt werden. Die Endlackierung des Fliegers beginnt mit dem Auftragen einer ersten Schicht im Kreuzgang rundherum. Die Schichtdicke soll so sein, dass der Glanz gerade knapp aufzuziehen beginnt, mehr nicht. Anschließend werden auf der Oberseite noch einmal alle Farbkanten und die Schriften überspritzt und sowohl Kabine als auch Rumpfnase im Motorbereich vorlackiert. Nach einer Ablüftzeit von ca. 20 Minuten folgt die Schlusslackierung der Oberseite. Im Kreuzgang und bei etwas langsamerer Führung der Pistole, bei leicht aufgedrehter Flachstrahl-Zuluft, wird gerade so viel Lack aufgetragen, dass satter Hochglanz aufzieht. Sinnvoll ist es, bei diesem Arbeitsgang die Schichtdicke gegen hinten etwas abnehmen zu lassen. Das Flugzeug wird auf dem Stativ ständig nach allen Seiten ins Licht gedreht um die Schichtdicke gut zu kontrollieren und um Läufe zu vermeiden. Im Zweifel eher zu wenig auftragen und nach einigen Minuten noch einmal nachlackieren, wenn der Glanz noch nicht da ist.
Die erste Aushärtungszeit beträgt, ca. 24 Stunden. Komplett durchgehärtet und treibstoffbeständig ist der Klarlack, bei Zimmertemperatur, nach 2 - 3 Tagen. Ein 2-K Klarlackierung wie oben beschrieben erhöht das Gewicht des Flugzeuges um 0.45 Gramm pro qdm Oberfläche, bzw. 75 Gramm (bei einer gesamten Oberfläche von 170 qdm)
Zusammenfassung der Finish-Gewichte, für ein F2B Modell mit Spannweite 157 cm.
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