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Carrier
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BCD = Basic Carrier Deck . Auf Alt-Hochdeutsch etwa: Einfaches Flugzeugträger-Fliegen.

Diese Art, Fesselflug zu fliegen, entstand in den frühen 50er Jahren in Amerika ( wo auch sonst ). Vielleicht auch deshalb, weil damals die amerikanischen Meisterschaften mit großzügiger Unterstützung der US Navy auf deren Marine-Flugplätzen stattfanden. Zu Beginn waren das carr1naturgetreue Nachbauten von Trägerflugzeugen, die möglichst schnell aber auch ein bisschen langsam fliegen sollten. Es gab eine Scale-Baubewertung, und es war alles erlaubt, was diese zwangsläufig übergewichtigen Geräte zum Langsamflug animieren könnte: gesteuerte Querruder, Flaps, Seitenruder, Slats, Leinenführung, Sturzflugbremsen usw. Die Feinmechaniker konnten sich austoben, aber dies war auch der Tod der Klasse in den 80er Jahren. Um den Niedergang zu stoppen, erfanden die Engländer eine vereinfachte Version   -   mit erstaunlichem Erfolg.

Die neu entwickelten Regeln ( heute als BCD bekannt ) beschränken sich auf das wesentliche. Außer der Beschreibung der Flugaufgabe geben sie lediglich einige wenige Angaben bezüglich Form, Konstruktion, und Steuerung vor. Diese Regeln steuern die Klasse sehr klug in eine Richtung, die mehrere Vorteile bringt. Sie erlauben einen einfachen Einstieg, lassen ausreichend individuellen Freiraum, reduzieren den Aufwand ganz beträchtlich, und bieten trotzdem eine fliegerische Aufgabe. Im folgenden stellen sich die einzelnen Aspekte so dar:

carr3Der EINSTIEG wird erleichtert, indem auch Brettrumpf-Modelle erlaubt sind. Das reduziert schon mal den Bauaufwand. Auch der Verzicht auf eine exakte Baubewertung verlangt von niemanden, in schlaflosen Nächten arbeitsintensive Details anbringen zu müssen. Lediglich die Ähnlichkeit mit einem Original-Trägerflugzeug wird verlangt. Die einfache Konstruktion erfordert keine besondere Erfahrung im Aufbau des Flugzeugs. Und schließlich verlangt die Flugaufgabe nicht jahrelanges , intensives, konstantes Training ( wie z.B. im Kunstflug ), um auf Wettbewerben eine akzeptable Leistung erfliegen zu können.

Es kommt jeder Klasse sehr zugute, wenn sie dem Aktiven carr4einen ausreichenden FREIRAUM bietet, seine Ideen umsetzen und verwirklichen zu können. In diesem Falle engt der sehr weit gefasste Bezug zu naturgetreu erstellten Nachbauten von Trägerflugzeugen die freie Auswahl an Vorbildern nur wenig ein. Es findet sich für jeden ein Vorbild, das seinen ästhetischen Vorstellungen entsprechen mag. Der Wegfall von peniblen Scale-Bewertungen erlaubt es, die Modelle weitgehend der Flugaufgabe anzupassen, und damit auch weniger geeignete Vorbilder “hintrimmen” und somit erfolgreich einsetzen zu können. Solange der Prototyp erkennbar ist, geht das in Ordnung.

carr5Der erforderliche AUFWAND ist immer ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg einer Klasse. Die Betonung des Langsamfluges ist der geniale Aspekt bei BCD. Damit erledigt sich automatisch die Jagd nach dem jeweils stärksten (und damit teuren) Motor sowie spezielle Tuner-Kenntnisse und -Fertigkeiten. Jeder handelsübliche Motor kann verwendet werden. da nicht unbedingt Vollrumpf-Modelle verlangt , sondern auch Profilrümpfe gern gesehen (und auch überwiegend eingesetzt) werden, erlaubt dies eine einfache Bauweise, aufwendige und arbeitsintensive Konstruktionen bringen kaum etwas und werden damit hinfällig. Der Ausschluss komplizierter Steuermechaniken erlaubt auch Leuten ohne Ingenieursdiplom den Zugang zum sportlichen Geschehen, ohne ihre Bemühungen von vornherein als vergeblich erscheinen zu lassen. Schlussendlich verhindert die kluge Reglementierung, dass man nicht ( wie kürzlich jemand so treffend formulierte )  “ seinen Geldbeutel an das Ende der Leinen hängen muss !”

carr6Bleibt noch die fliegerische AUFGABE, die aus den Teilen Schnellflug, Langsamflug, und Landung besteht.  Ganz so nervenzerfetzend wie im Kunstflug geht es nicht gerade zu. Aber wenn es auch nur ( überwiegend !) horizontal herum geht   -   der Langsamflug und die Landung auf dem Carrier-Deck  wollen beherrscht werden, und durch gelegentliches Training können diese Manöver durchaus spürbar verbessert werden.

Zusammenfassend lässt sich die BCD-Szene nur positiv beschreiben. Dies ist die geeignete Aktivität für Leute, die bereit sind, ihr Können im freundschaftlichen Wettstreit mit Gleichgesinnten zu messen, ohne sich gleich total engagieren zu müssen. Das können Beginner sein oder Wiedereinsteiger. Leute, die sich durchaus dem Wettbewerb stellen wollen, die aber ihren Nerven keinen übermäßigen Stress zumuten wollen. Vielleicht auch eine Lösung für in Ehren ergraute F2B oder F2D Piloten, um nach wie vor dabei sein und aktiv bleiben zu können und nicht im Schaukelstuhl enden zu müssen. Wer also sportliche Ambitionen hat, findet in BCD eine hervorragend geeignete Klasse, um den Einstieg ohne übergroßen Aufwand zu wagen. Als Vorlage eignet sich so gut wie jeder Plan eines Fesselflugzeuges, dessen Vorbild ein Trägerflugzeug ist und dessen Flügelfläche der Regel entspricht. Der amerikanische Markt bietet sogar eine erfreuliche Auswahl an geeigneten Typen an. Mehrere Baukästen der Firma Brodak eignen sich für diese Klasse und werden häufig dafür verwendet. Ausführliche Informationen zu BCD findet man auf der hervorragenden Website von Nigel Cheffers  www.cheffers.co.uk/carrier.html, der umfassend alles beschreibt, was man zu diesem Thema wissen wissen muss.  Er beschreibt die Kriterien zur Auswahl eines geeigneten Flugzeugs sowie Hinweise zur Verwendung eines vorhandenen Modells bzw. Plans. Wer ins Wettbewerbs-Geschehen eingreifen will, findet hier auch die Regeln. Cheffers bietet auch Baupläne an sowie ein Info-Pack mit Bauplan und Text-Info. Wer Interesse an einem etwas selteneren Typ hat: einen 1:1 Bauplan von der Me 109 T für 30er bis 45er Motoren gibt es bei Claus Maikis.

Me-plan

Zum Vergrößern auf den Plan klicken

carr7Zum Üben des Langsam-Fliegens genügt natürlich jede bessere Wiese. Aber zum echten "Carrier"-Erlebnis braucht man eben einen solchen. Unser ganz besonderer Dank gilt Robert Schulze, der sich die Mühe gemacht hat, ein solches Deck für uns zu erstellen. Bei verschiedenen Wettbewerben auf dem europäischen Festland baut er seinen Träger genau entsprechend der Windrichtung auf und erlaubt damit der Carrier-Gemeinde, diese interessante Klasse fliegen zu können und  eine Menge Spaß zu haben. Danke, Robert.

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Text, Fotos und Plan: Claus Maikis

 

 

 

Die Regeln in Kurzform

Modell

Nachbau eines Trägerflugzeug-Prototyps
Extra Punkte für originalgetreue Form und Bemalung. Flächeninhalt max 29 qdm

Motor

Hubraum frei. No pipe!

Leinen

Max 18,3 m    Griff bis Motorzugachse

Flugaufgabe 1

7 Runden Schnellflug  mit stehendem Start

Flugaufgabe 2

7 Runden Langsamflug.  Maximaler  Anstell-Winkel des Modells  30 Grad

Flugaufgabe 3

Landung auf dem Deck in den Fangseilen. Jeder zusätzliche Anflug kostet Punkte

ausführliche Regeln auf Lassogeier, Archiv, Wettbewerbsregeln

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