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WM Gyula 2010

Ergebnisse:  F2A   F2B   F2C   F2D

Die Weltmeisterschaft in Gyula – Ungarn
Mission erfüllt: wir bringen einen Weltmeister mit nach Hause
und zweimal Platz 4 in Combat

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Die WM in Ungarn stand unter dem Einfluß einer großen Möbelhauskette aus Schweden. Fängt mit einem großen „I“ an und hört mit einem kleinen „kea“ auf. (Ich will ja keine Schleichwerbung machen). Das heißt, Material vorhanden, zusammen bauen musst du selber. Nur fehlt manchmal das Werkzeug.

Aber fangen wir am Anfang an. Unsere Anreise gestaltete sich recht entspannt. Im Hotel angekommen waren wir freudig überrascht. Angenehme Atmosphäre, saubere geräumige Zimmer und die Speisekarte versprach gute ungarische Küche. Nur das Letztere stimmte dann. Frank, der mit uns angereist war, hatte satte 31° Tropenhitze in seinem Zimmer. Klimaanlage defekt. Für die Angestellten schien das allerdings nicht wichtig. Sie zeigten einen leicht freundlichen Unmut für unsere Beschwerde. Nach zweimaligem  Zimmtertausch und stur stellen unsererseits, blieb Frank kurzerhand im letzten Zimmer, obwohl er eigentlich in sein ursprüngliches Zimmer zurück sollte. Als dann Johann und Lothar 2 Tage später eben in Franks altes Zimmer einziehen sollten, die Klimaanlage war natürlich immer noch nicht repariert, wurden wir allerdings etwas deutlicher. Siehe da, es gab dann doch noch ein freies Zimmer. Oh Wunder wo kam dass auf einmal her. Frühstück war auch ein Thema. Von 7.00-10.00 Uhr konnte man frühstücken. Wenn es noch etwas gab. Ab 8.10 Uhr wurde es immer weniger. Und auf die Frage ob etwas nachgelegt werden könnte kam oft nur ein unwirsches Grunzen. Wir nahmen es gelassen und fragten jeden Morgen neu nach Brot, Kaffee, Käse, Saft, Butter, Milch, hab ich was vergessen, was so zu einem Frühstück gehört? Humor war angesagt und der ist uns bekanntlich noch nie verloren gegangen. Müll und schmutzige Handtücher im Zimmer? – kein Problem, dezent hinter die Rezeption verlagern und schon funktioniert die Reinigung. Schließlich gab es Teams die es wirklich schlimm getroffen hat. Wir konnten uns mit unserem Hotel noch glücklich schätzen.
Jetzt aber zur WM, das sollte ja kein Hotelbericht werden.
Der Ablauf schien erstmal klar. 1. Tag Anreise, 2. Tag Registration, Eröffnungsfeier und dann das Meeting. Anreise passte ja noch. Dann kamen die erste Frage von uns, wann und wo ist Registration? Antwort: vielleicht so gegen 8.30 Uhr oder 9.00 Uhr im Büro. Prima Büro stimmt, Zeit na ja, wird sind eben so erzogen worden, dass wir genaue Zeiten haben wollen. Macht nichts, stellen wir uns eben ab 8.00 Uhr vor das Büro und warten. Wir wollten unbedingt früh dort sein. In den vergangenen Jahren hatten wir zweimal das Pech hinter den großen Teams uns einzureihen, teilweise hatten wir dann Wartezeiten bis zu 3 Stunden. Das wollten wir unbedingt vermeiden. Die Einschreibung lief dann auch problemlos. Zum Ende kamen dann die nächsten Fragen. Wo ist Teammanger-Meeting, wo und wann ist Processing und die offiziellen Trainingsflüge. Antwort: Heute ist kein Meeting, erst morgen 20.30 Uhr. Processing- und Trainingszeiten werden an der Tafel ausgehängt. So weit, so gut.
Wir sind dann zum Kunstflugkreis wo unsere Piloten gleich auf uns zukamen. Es gab keine abgesperrten Vorbereitungsräume. Zuschauer liefen durch die Leinen und die Piloten mussten ihre Modelle über die Köpfe der Zuschauer in den Kunstflugkreis tragen. Die erste Ikeahandlung bestand dann darin, Flatterband und Stangen für die Absperrungen zu besorgen. Das Material bekamen wir sofort, nur das Werkzeug in Form eines Hammers fehlte. Aber wir wären nicht wir wenn wir uns nicht behelfen könnten. Zwei schwere Steine zur Befestigung der Sonnenschirme kann man als Hammer mißbrauchen. Daraus entstand dann von der Ehefrau eines unserer Piloten die Aussage: „oh, eine Ikeaweltmeisterschaft, wir bauen alles selber“. Da wußten wir aber noch nicht wie recht sie behalten sollte.

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Die Eröffnungsfeier wurde sehr schlicht im positiven Sinn gehalten. Nach den offiziellen Reden gab es eine Kunstflugvorführung einer Yak 52 die uns den Atem stocken liess. Vor Begeisterung wohlgemerkt. Die Stimmung die anschließend Ferenc Orvos verbreitete war genial und das mit einfachsten Dingen. Entertaiment scheint ihm wirklich zu liegen. Dazu findet man im Internet einige nette Videos. Auf dem Heimweg dann unser täglicher Gang zur Anschlagstafel. Oh, super, es gibt Termine für morgen. Also ab ins Büro Listen holen, aber was war das? Jedes Team nur 20 Min, wie soll das funktionieren?, es gab Teams, die 5 Teilnehmer in einer Klasse hatten, das geht schon rein rechnerisch nicht. Wieder ins Büro, dort wurde uns gesagt, die genauen Zeiten gibt es dann morgen. Langsam bekamen wir das Gefühl das die Angestellten aus unserem Hotel die Arbeit hier machten. Genauso langsam.

obeklein

Am nächsten Morgen trafen wir uns mit der kompletten Mannschaft für das Processing am Hangar. Es lief alles etwas chaotisch ab, da die Termine nicht abgestimmt waren. Wir hatten aber sowieso nichts besseres vor und so konnten wir beim Processing etwas zuschauen. Wir erlebten zum erstenmal, dass die F2B-Jury auch die Modellabnahme machte. Es wurde wieder speziell bei Kunstflug auf spitze Spinner geachtet und manch einer, der es aus dem vergangenen Jahr kannte mußte die Feile ansetzen.

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Die Regel wird verschieden ausgelegt und so kommt es nach wie vor zu Mißverständnissen. Vielleicht hätten sich die Piloten untereinander absprechen sollen. Es gab einen Teilnehmer, der der Jury das Regelbuch hingeknallt hat und sich einfach geweigert hat seinen Spinner zu feilen. Er ist damit durchgekommen, zu recht. Eigenartig, dass diese Regel für alle Modellflugzeuge gilt, also nicht nur für Fesselflugzeuge, aber scheinbar es auf dieser WM nur für F2B galt. Abwohl es einen Fastunfall bei F2A gegeben hätte. Ein Pilot ist beim Start zu weit aus dem Pilotenkreis gelaufen. Jari Valo, der Starthilfe gegeben hat und den Kreis gerade verlassen wollte, konnte sich nur durch Sprung über das Modell retten. Sogar Rumpflänge und Spannweite wurden vermessen und Kennungen bemängelt. Naja, so kommt doch immer wieder was neues auf, kennen wir ja schon aus Serbien.
Während des Processings setzte schon ein leichter Regen ein, der den Wetterumschwung von über 30! Auf etwas über 20° ankündigte. Die Abkühlung tat uns gut, aber keiner wußte genau wie sich das Wetter weiter entwickeln würde.  Das offizielle Training unserer Piloten lief dann reibungslos, man hatte sich an die ungarische Zeitumstellung gewöhnt. Nur die Kunstflieger ließen es ausfallen wegen Regen.
Beim Abendessen warteten wir dann gespannt auf Uwes Rückkehr vom Team-Meeting. Jeder wollte wissen wann die ersten Runden beginnen sollten. Die ersten wollten schon zu Bett gehen, als der erlösende Anruf kam. Um 10.10 Uhr war unser F2D-Junior Dennis Becker als erster dran. Bei Kunstflug wurde nur eine Startreihenfolge ohne Uhrzeiten bekannt gegeben. In F2A sollte unser WM-Neuling Wolfgang Birnstein als erster starten. Aber es sollte anders kommen.
Morgens stellte man fest, das der A-Kreis nicht den Regeln entsprach und dort doch noch einige Arbeiten zu verrichten waren, obwohl am Freitag und Samstag zuvor, eben auf diesem Kreis ein Worldcup durchgeführt wurde (muss der Worldcup jetzt gestrichen werden?). Während die Kunst- und Combatpiloten ihre ersten Durchgänge flogen, wurde F2A für diesen Tag gestrichen. Also hatten wir Zeit für die beiden anderen Klassen.  In diesem Jahr hat mir Combat richtig Spaß gemacht, unser Team zeigte Jagden die wirklich spannend waren. Gerade Dennis hat gezeigt was er kann. Mach weiter so, wir wollen dich im nächsten Jahr wieder im Team haben. Der Durchgang in Kunstflug lief auch fast normal, nur der schlecht gemähte Rasen machte den Piloten zu schaffen. Häufig stellten sich die Modelle beim Start auf die Nase. Es ist erfreulich, das dadurch nicht mehr passiert ist.
Nur beim freien Training gab es einen merkwürdigen Zwischenfall, die beiden Trainingskreise, die nebeneinander lagen, trainierte der Jan Hun aus China. Durch die fehlende Markierung in der Mitte kam er zu weit raus und kollidierte Modell von Maurizo Milani aus Italien, der im Nachbarkreis trainierte. Über die Schäden bin ich nicht ganau informiert, ich weiß nur, dass am chinesischen Modell wesentlich mehr zerstört war wie bei Maurizio und China wohl eine Nachtschicht einlegen mußte. Zum 1. Durchgang ist Jan Hun wieder mitgeflogen.
Relativ früh gab es dann die Startlisten für den 2. Flug. Ein Blick, die konnten nicht stimmen, viele Piloten hätten demnach ihren 2. Flug auf dem gleichen Kreis fliegen sollen. 3 Startlisten weiter und einige Stunden später gab es dann endlich die richtigen Listen.
Für den Abend wurde das 2. Meeting angesetzt. Dieses Mal zur spaßigen Zeit von 21.30 Uhr. Wann bitte schön sollen wir unsere Mannschaft informieren? Die Uhrzeit war mehr wie grenzwertig. Kein Wunder, dass der Veranstalter um diese Zeit nicht mehr am Meeting teilnehmen konnte. Es war ja auch wirklich spät und er sicherlich viel zu Müde um die solche Fragen zu klären, wer den Kunstflug- und Combatkreis mäht, wo bleiben Ergebnis- und Startlisten. Gut Rasen mähen kann man auch ohne Veranstalter, Uwe und Timo Forss der finnische Mannschaftsführer erklärten sich bereit zu mähen. Die beiden hinterlegten ihre Telefonnummern, damit sie angerufen werden konnten falls jemand den Schlüssel für den Rasenmäher findet. Gegen 23.30 Uhr war Uwe dann endlich im Hotel.
Ergebnislisten für die erste Runde gab es nicht wirklich. Nur für F2B eine abfotographierte Highscore-Liste, die nicht aussagekräftig war, da noch nicht alle Piloten jeweils einmal auf jedem Kreis geflogen waren. Ergebnislisten war sowieso ein Dauerthema. Es wurden keine ausgehängt. Zwischendurch hatte ich das Glück welche direkt vom Veranstalter zu bekommen um diese zu veröffentlichen. Wenn es Ergebnislisten gab, dann oft selber erstellt oder erst sehr spät und „Unofficial“, bis heute 5 Tage nach Beendigung der WM fehlen Ergebnislisten auf der offiziellen Homepage des Veranstalters. Da ich selber eine Homepage betreibe, weiß ich, das es keine 5 Min. dauert diese Listen ins Internet zu stellen. Aber dafür mussten Timo und Uwe keinen Rasen mähen (es kam kein Anruf)

So jetzt bin ich müde und mag nicht mehr, den 2. Teil gibt es morgen, dann auch mit Berichten über unsere erfolgreichen Piloten und der besten Mannschaft der Welt Rene, Wolfgang, Norbert, Christoph, Richard, Frank, Clamer, Dennis, Andre, Lothar, Johann, Regina, Susana, Diego, Friedhelm, Willi, Monika, Aaron, Hartmut, Helmut, Georg und Artur

Teil 2

Als wir morgens zum Platz kamen, wurde schon gemäht. Allerdings nur 3 Bahnen. Besser als gar nichts. Die Leinen hängten trotzdem ein und Modelle gingen weiter auf die Nase. Merkwürdig, ein Chinese bekam erst einen Reflight aus diesem Grund und später noch einen 2. Weil er „Gras im Vergaser“ hatte. Am Vortag bekam niemand einen Reflight. Da wurde wieder mit zweierlei Mass gemessen.
Im Kunstflug wurde die 1. Runde heute abgeschlossen. Danach stand Richard auf Platz 1 vor David Fitzgerald USA und Andriy Yatsenko UKR. Christoph auf Platz 20 und Frank auf 46.
In F2A konnte nur Wolfgang Birnstein eine Zeit von 244 km/h setzen.  Rene hatte eine gute Zeit, ging aber zu früh aus der Gabel. Norbert hatte technische Probleme und hatte eine 0. Er verbrachte den restlichen Tag mit schrauben am Modell.
Für uns sehr erfreulich Combat. Andre und Lothar hatten sich ihre beiden Leben gesichert. Dennis und Johann hatten jeweils noch 1 Leben. So waren alle noch am WM-Geschehen beteiligt. Für uns erfolgsversprechend.
Unter den Teammanagern hätte man auch noch eine WM austragen können. Wer hat am meisten Geduld, wer hat die längsten Wartezeiten usw. Auf die Idee kam aber niemand.
Mittoch morgen war dann das schlechte Wetter da, Gewitter, Regen und starker Wind. F2A und F2C wurde erst um 1 Stunde verschoben, anschließend für diesen Tag komplett abgesagt,
während die Kunst- und Combatpiloten mit Wind und Regen kämpfen mussten.
Dennis musste gleich um 08.30 Uhr gegen Pat MacKenzie CAN antreten. Den Kampf hat er zwar verloren, aber er hat es Pat nicht ganz so einfach gemacht und zeigte eine sehr gute Leistung. Leider war damit aber auch Dennis WM-Vorstellung vorbei und war damit Tourist. Johann folgte ihm kurz darauf. Lothar verlor zwar auch, hatte aber immer noch ein Leben übrig. Andre beide, unsere Spannung stieg. Klasse Vorstellung unseres Combatteams.
Im Kunstflug führte nach wie vor Richard, der bis jetzt keine Runde abgegeben hatte.
Für den späten Nachmittag wurde Vintage F2C als Spaß für zwischendurch angekündigt. Hat auch wirklich Spaß gemacht. Es wurde noch schnell ein Kreis aus Kreide aufgemalt, was eine kleine Verzögerung mit sich brachte, aber dann konnten die Teilnehmer neben der WM sich ihrem Hobby hingeben ohne den WM-Stress. Auch Ferenc hatte sich diese Auszeit gegönnt, scheinbar hatte er seine Leute so gut im Griff, dass er vollkommen relaxed seine Runden drehen konnte. Wir haben es ihm gegönnt!
Der Abend ging dann genauso zu Ende wie die Abende zuvor. Warten auf Listen.
Eigentlich könnte man hier aufhören aufzulisten, da sich ja jeden Tag alles wiederholte, nur immer etwas anders, mir fällt dabei der Film ein „50 First Dates“.
Am Donnerstag kamen wir guter Dinge zum A-Kreis, der 2. Durchgang sollte geflogen werden. Aber durch den Regen war der Pilotenkreis weggewaschen. Einige Piloten fühlten sich unsicher und wollten so nicht fliegen. Also kurze Unterbrechung. Göran Olsen bat Uwe im Büro Kreide zu holen. Kein Problem, ab ins Büro. Nichts ahnend fragte er nach Kreide für den A-Kreis. Plötzlich ging Jo Halman ab wie eine Rakete. Eben an diesem Morgen hat sie jemanden der FAI-Jury damit beauftragt den A-Kreis zu begutachten ob alle Mängel beseitigt worden sind. Dies wurde mit ja beantwortet und jetzt kam einer und sagte es gibt keinen Pilotenkreis. Kann es sein, dass die FAI gar nicht wußte, dass es einen Pilotenkreis geben muss?
Kreide war auch keine mehr da, ist wohl für Vintage-F2C draufgegangen. Der Versuch von Jo Halman den Kreis mit Tape zu markieren wurde von Timo Forss unterbunden. Hier der Wortlaut: „Uwe, kann ich mal dein Fahrrad haben?“, „ Ja, klar“. Timo aufs Fahrrad, 2 Min. später kam Timo mit Farbe und Rolle. Göran: „Wir dürfen hier nicht mit Farbe aufmalen“, (weil Taxiway vom Flughafen). Timo: „Doch, dürfen wir“. Göran: „Wer sagt das“, Timo: „Ich!“. Ohne jeden weiteren Kommentar und unter Applaus von Zuschauern und Teilnehmern wurde dann der Kreis aufgemalt. Fertig, der Durchgang konnte weitergehen.

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Wieder kam die Ikeaweltmeisterschaft auf, jemand sagte zu mir, Ikea hat aber gutes Material. Aber was nutzt das beste Material, wenn die Bauanleitung fehlt. Habt ihr mal versucht ein Billy-Regal ohne Anleitung aufzubauen? Dann wisst ihr was ich meine.
Anschließend lief dann dort alles weiter. Rene konnte eine Zeit von 272,5 km/h setzen. Nur bei Norbert lief es noch immer nicht rund.
In Combat verlor Lothar sein letztes Leben, damit war für Nr. 3 aus dem Team die WM zu Ende, aber wir hatten ja noch Andre im Rennen, der auch heute seine beiden Leben mit in die nächsten Runden nehmen konnte.
Richi verteidigte standhaft seine Favoritenrolle mit 30 Punkten Vorsprung auf Igor Burger SVK, gefolgt von David Fitzgerald USA. Christoph konnte sich nicht mehr verbessern und landete auf den aus unserer Sicht guten 23. Platz. Frank war mit Platz 51 etwas enttäuscht. Aber wenn man überlegt, dass er in der Weltrangliste auf Platz 51 liegt, ist das doch gar nicht so schlecht. Außerdem ist er noch jung und kann noch an vielen WM’s und EM’s teilnehmen.
Am Abend spielten wir mal wieder im  Film „50 First Dates“ mit, diesmal bekamen wir die Ergebnislisten von Uwe zwischendurch gebracht. Holländer, Schweizer und wir natürlich waren auf die Resultate gespannt. Eine Liste ließ ich rundgehen, die andere nahm ich mit zum kopieren (ein All-In-One-Drucker kann ziemlich nützlich sein). Als ich fertig war rief mich Andre vom Campingplatz an. Ferenc war bei ihm und wollte wissen ob alle von uns ihre Campinggebühren bezahlt hatten. Klar hatten wir, wir sind immer korrekt, was das Bezahlen angeht. Aufgelegt, Telefon geht schon wieder. Diesmal Uwe am anderen Ende, „sammel alle Ergebnislisten wieder ein, die stimmen nicht, ich weiß nicht warum, alles weitere später“. Das kann doch nicht wahr sein. Im Büro brennt es weil die Listen nicht stimmen und der Veranstalter sorgt sich um Campinggebühren. Das kann ich ja verstehen, wir hassen es auch wenn sich Leute einfach einschleichen und meinen sie können einen auf lau machen. Aber wenn es noch andere Dinge zu tuen gibt, kann man dann nicht jemand anderen schicken der sich um solche Probleme kümmert?
Um 22.30 Uhr hatten wir dann endlich die korrekten Ergebnislisten und Startreihenfolgen die Fly-Offs.
Ich werde jetzt nicht mehr die restlichen Tage aufzählen. Da diese immer gleich abliefen.

Die Fly-Offs waren wie ein Krimi. Zum ersten mal gab Richi seine Führung an Igor ab. Zwischenergebnisse gab es natürlich nicht, aber alle wollten wissen wie der Stand der Dinge war. Also nahm Uwe es in seine Hand. Er sammelte von jedem Piloten die Ergebnisse und schrieb sie auf. Wer wollte konnte sich seine Wertungskarten von Shareen Fancher nachrechnen lassen, da es hin und wieder zu Rechenfehlern gekommen war. Dadurch hatten wir aber am Abend eine „very unofficial“ Ergebnisliste. Im  2. Durchgang konnte Richi deutlich zulegen. Am Ende der beiden Durchgänge lag Richi mit 15 Punkten vor Orestes Hernandez USA und mit 20 Punkten vor Jiri Vejmola CZE. Erst am darauffolgenden Tag sollte der der letzte Flug stattfinden.

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Samstag Finale:
Richi startet 4 Teilnehmer vor Orestes, als wir aber seine Punkte bekamen, war klar Richi ist der neue Weltmeister mit 1099 Punkten, der höchsten Punktzahl im gesamten Wettbewerb konnte ihm den Sieg keiner mehr nehmen. Am Ende kam Jiri Vejmola CZE mit 2138 auf Platz 2 und gefolgt von Orestes Hernandez USA mit 2137 Punkten.
Andre mußte mittlerweile 2 x seinen Rückflug umbuchen, da er nicht damit gerechnet hatte soweit zu kommen. Am Ende war es für Andre und Dennis jeweils Platz 4. Ein tolles Ergebnis, dass wir ihm leider erst zu Hause mitteilen konnten, da wir erst spät nach dem Bankett die Ergebnislisten bekommen haben, schade sonst hätten wir noch mehr Grund zum Feiern gehabt.

In F2C haben wir leider nicht so viel mitbekommen, wir haben uns zwar einige Rennen anschauen können, aber da wir leider kein F2C-Team hatten, lag unser Augenmerk mehr auf den drei anderen Klassen. Wir hatten das Gefühl, bedingt durch die Handschlaufe, dass es zu wesentlich weniger Unfällen gekommen ist, so dass es jetzt auch wieder Spaß machte als Zuschauer am Kreis zu stehen. Leider sahen wir oft, dass die Starts nicht ganz unkritisch waren, da die Leinen sich oft am Asphalt einhängten. Aber dazu muss ich sagen, so haben wir es gesehen, ob es wirklich so war können nur die F2C-Piloten sagen. Dafür sind die Rennen einfach zu schnell um es als Außenstehender wirklich beurteilen zu können.
Das F2C-Finale entwickelte sich zum Extremprotesting. Beim 1. Start sah es so aus, als ob Semen Lerner UKR, beim Tankstopp sein Modell zu früh losgelassen hätte und Robert Fitzgerald AUS damit beim Landen behinderte. Die Portugiesen Antonio Cardoso und José Goulao waren daran vollkommen unbeteiligt. Die Jury gab dann allen Teams einen Re-Flight. Daraufhin gab es eine Protestserie, die sich insgesamt über 2,5 Stunden hinzog. Am Ende durften dann doch wieder alle drei Teams neu starten. Dieses Mal wurde Bondarenko/Lerner disqualifiziert aus dem gleichen Grund wie beim Start. Das eigentliche Finale fand dann mit den beiden Teams aus Australien und Portugal statt. Fitzgerald/Ellins konnten es sich für sich entscheiden mit einer Zeit von 6:33,6 Min.
Da sich das Finale F2C so lange hingezogen hatte, konnte die Siegerehrung, die für 17.00 Uhr angesetzt war nicht stattfinden. Stattdessen wurde das Bankett um eine halbe Stunde nach hinten geschoben und gleichzeitig sollte die Siegerehrung stattfinden.

Das muss man sagen, das Bankett war um Klassen besser als 2005 zur Europameisterschaft. Unglücklich war es mit der Siegerehrung. Das ist jetzt mal kein Vorwurf, durch die Verspätung im F2C-Finale war es anders nicht möglich. Die Siegerehrung begann und irgendwann hörte man im Hintergrund nur noch Tellerklappern. Klar es war schon spät, die Leute hungrig und teilweise wollte man ja auch zeitig wieder zum Hotel, am nächsten Tag war ja Abreise. Ich fand nur, dass die Sieger nicht gebührend geehrt wurden, weil niemand mehr wirklich zuhörte. Schade! Trotzdem ein gelungenes Bankett, dass mal wieder Spaß gemacht hat. So könnten große Veranstaltungen öfter ausklingen.

Apropo Tellerklappern, die WM hatte ihren Namen zu Recht, am Ende bekamen wir auch das Werkzeug geliefert.

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Alles in allem war es für uns die erfolgreichste WM seit dem wir den Mannschaftsführerposten haben. Im nachhinein betrachtet sieht man vieles auch wesentlich gelassener. Ferenc auch wenn wir hin und wieder in dieser Woche über dich geschimpft haben, wir hatten Spaß und mit viel Humor nimmt man alles viel leichter. Das ein oder andere war Verbesserungswürdig, aber gemeckert wird immer, da schließ ich mich nicht aus. Es gab auch viele Dinge, die gut liefen und wir hatten eine sehr schöne Woche in Ungarn, die ich nicht missen möchte. Ich will hier auch gar nicht in Frage stellen ob wir es besser machen würden, diese Frage stellt sich erst gar nicht (zum Helfen ja, als Organisator nein). Also man sieht sich und sei nicht allzu böse mit mir über diesen Bericht. Du hast sicher getan was du konntest um diese WM zum Erfolg zu bringen und wir danken dir, dass wir dabei sein durften. Jeder weiß, dass man nicht mal eben so eine Weltmeisterschaft organisiert.

Jetzt noch einen Gruß an unser Team: Ihr seid Spitze, Danke euch allen.

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Ergebnisse:  F2A   F2B   F2C   F2D  

C. Kehnen

 

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