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EM Belgrad 2009

Europameisterschaft 2009

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Die EM 2009 in Belgrad könnte mehrere Überschriften bekommen
Ergebnisse

“halbe Europameisterschaft”
“Europameisterschaft und die Spinner”
“Hitzeschlacht in Belgrad”
“die Dreinationenmannschaft in Belgrad”

oder und das ist die Beste “Wir sind Europameister”, naja nicht ganz Richard Kornmeier hat sich diesen Titel verdient.
Im Vorfeld stand die EM unter keinem guten Stern. Wurden doch kurz vor der Anreise die Klassen F2A und F2C abgesagt. Es ist müßig hierüber weiter zu diskutieren wieso, weshalb und warum oder die Schuldfrage zu stellen. Fakt war, es fanden nur F2B und F2D statt. Und nachdem sich unsere Mannschaftsmitglieder für die Teilnahme entschieden hatten, war für uns auch klar, wir fahren.

Nach 1.600 km und kurzer Irrfahrt in Belgrad (andere irrten 3 Stunden durch Belgrad) erreichten wir unser Hotel und wurden von unserer bereits anwesenden Mannschaft herzlich begrüßt und mit ersten Infos versorgt. Kurzer Hand wurden Lauri Malila SUI und Clamer Meltzer NOR bei uns aufgenommen. Die beiden waren Einzelkämpfer und hatten keine Landsleute dabei. Christoph berichtete uns, dass der Trainingskreis für F2B nicht in Ordnung wäre. Er wies große Risse und Löcher auf. Er hatte sich bereits sein Fahrwerk dadurch vom Modell abgerissen, konnte aber alles wieder reparieren. Der Wettbewerbskreis (Graspiste) sollte etwas besser sein.
Beruhigt, dass alles wieder in Ordnung war und nach einem gemütlichen Abend mit der Mannschaft, konnten wir erst einmal entspannt der EM entgegen sehen. Für den nächsten Tag waren die Teameinschreibung und Eröffnungsfeier geplant.
Am darauf folgenden Morgen konnten wir uns einen Überblick verschaffen. Für die beiden Klassen war alles vorbereitet. Campinggelände direkt am Platz, für die beiden Combatpiloten Andre und Georg Horst sehr zum Vorteil und auch die Versorgung schien zu stimmen.
Bei der Teameinschreibung versprach uns die Organisation sich um die Graspisten zu kümmern, was dann auch prompt geschehen ist.
Dann kamen die ersten Gerüchte auf. Es ging darum, dass spitze Spinner laut Regel nicht erlaubt wären. Für dieses Jahr noch kein Problem, aber ab 2010 würden die Spinner vermessen werden. Da aber an diesem Abend nur noch die Eröffnungsfeier auf dem Programm stand und kein Teammanagermeeting und es sich “nur” um ein Gerücht handelte, konnte es nicht geklärt werden. Unser Team entschied sich bis zum Processing zu warten. Der restliche Tag schleppte sich so dahin, bis zur Eröffnung. Diese war sehr kurz gehalten mit einer Folkloregruppe und einigen kurzen Ansprachen der Offiziellen. In Anbetracht der Umstände absolut richtig. Eine bombastische Eröffnungsfeier hätten viele Teilnehmer, erst recht nicht die F2A und F2C-Teams, die zu Hause bleiben mussten verstanden.

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royIMG_2696-EM-Belgrad-2009Tag 2 mit Processing und offiziellen Trainingsflügen.
Schon wie wir morgens zum Platz kamen hieß es, die Spinner werden doch vermessen. Die ersten wurden bereits mit groben Feilen misshandelt. Wir waren immer noch der Meinung, erstmal das Processing abwarten und Regelwerk lesen. Nach einigen Diskussionen, auch mit der FAI-Jury kam man zum Schluss, dass diese Regel eine “Kann-Regel” ist.
Beim Processing wurden keine Spinner vermessen oder als regelwidrig deklariert. Also nahmen alle an, wenn bei der Modellabnahme nichts bemängelt wird, sind die Modelle samt Spinner legal. Irgendwann tauchte dann auf einmal eine Schablone zum Vermessen der Spinner auf, aber auch danach gingen alle Modelle durch.
Erst am Abend auf dem Teammanagermeeting wurde dieses Thema vom Veranstalter angesprochen. Hätte man die Teilnehmer sonst auflaufen lassen?
Auf dem Meeting war klar, es ist keine “Kann-Regel”. Alle spitzen Teile müssen einen min Radius von 5 mm haben. Allerdings besteht diese Regel schon seit Ewigkeiten und wurde nie überprüft. Warum jetzt?, warum konnte man die Piloten nicht im Vorfeld informieren. Konnte man so etwas nicht vorher in einem Bulletin bekannt geben? Den Organisatoren und Teilnehmern gegenüber respektlos.

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Das einzige was angeboten wurde, am nächsten Morgen ab 07.00 Uhr konnte man seine Spinner nochmals vermessen lassen und es würde eine Schleifmaschine zur Verfügung gestellt werden. Ein schwacher Trost. manche Piloten haben die halbe Nacht damit verbracht die Spinner zu bearbeiten.
Die Stimmung unter den Kunstflugpiloten war auf dem Nullpunkt, so etwas hat es noch nie gegeben. Wer kommt auf die Idee so was am Abend vor den ersten Durchgängen durchzusetzen. Die eingefügte Zeichnung (wo auch immer die herkam), hat wenigstens etwas zur Entspannung der Situation beigetragen, so dass der ein oder andere Teilnehmer, die ganze Sache mit Humor nehmen konnte. Allerdings wurde im ersten Durchgang ein Pilot aus Bulgarien auf Grund dessen disqualifiziert.
Tag 3 die ersten Flüge: Als erster des deutschen-schweizer-norwegischen Teams musste Georg Horst mit Natalia Dementieva/MDA in die Jagd, Georg gab sein Bestes, verlor aber genauso wie Lothar Hentschel gegen Robert Platkauskas/LTU. Andre Horst konnte sich gegen Jacco de Ridder NED durchsetzen. In Kunstflug flog Frank Wadle als erster auf der Graspiste. Wir staunten nicht schlecht. Das war der beste Flug den wir bis dahin von Frank gesehen haben. Christoph war auch sehr gut unterwegs und ließ uns durch seine gute Leistung auf einen Finalplatz hoffen. Nach Richards Flug konnte man klar erkennen in welcher außergewöhnlich guten Form er war, Lauri und Clamer die auf dem Asphaltkreis fliegen mussten waren ebenfalls nicht schlecht unterwegs. Alles in allem waren unsere Piloten bestens für diese EM vorbereitet. Nachdem alle jeweils auf Gras und Asphalt einmal geflogen waren sah die Platzierung so aus: Richard 1, Christoph 13, Lauri 19, Frank 26, Clamer 34.
Tag 4: Im Combat mussten leider alle Piloten eine Niederlage einstecken. Lothar gegen den Italiener Ettore Mancini, Andre gegen Mike Whillance GBR und Georg gegen den Finnen Jussi Forss. Somit war die EM für Lothar und Georg beendet. Trotzdem alle drei haben ihr Bestes gegeben und gute, faire Jagden gezeigt.
Bei Kunstflug konnten sich Christoph und Richi nochmal steigern. Richi gewann die Vorläufe mit 65 Punkten Vorsprung auf den 2tplatzierten Igor Burger SVK. In den weiteren Platzierungen war der Punktabstand sehr knapp und es reichte dann leider nicht mehr für Christoph ins Finale. Lauri verbesserte sich auf der Graspiste, aber auch hier reichte es nicht für das Finale. Am Ende war es aber immerhin noch Platz 23. Clamer zeigte zwar auch noch eine Verbesserung konnte aber in der Rangfolge nicht nach oben klettern. Frank hat seine Feuerprobe als Mitglied der Nationalmannschaft erfolgreich bestanden und konnte einen guten 32. Platz mit nach Hause nehmen. “Jungs, wir sind stolz auf euch!”
5. Tag: Andre musste sich nach der dritten Runde das Touristenticket abholen, aber auch er hat uns nochmal eine saubere, faire Jagd gezeigt.
Jetzt konnte sich die komplette Mannschaft auf Richi konzentrieren. Eine Mannschaft, klein aber fein. Alle haben mit Richard gezittert. Brauchten wir aber gar nicht. Schon im ersten Fly-Off  zog er sein Programm durch. Richi bringt zur Zeit eine Beständigkeit in den Flugkreis, die nicht mehr zu toppen ist. Das gleiche nach dem 2. Flug, (wen wunderts?). Am Ende des Tages lag er mit 82 Punkten vorne. Der einzige der ihm jetzt noch gefährlich werden konnte war Jiri Vejmola CZE, der seinen Europameistertitel von 2007 natürlich verteidigen wollte.
Tag 6: Reservetag, ausruhen, nicht bewegen, es sei denn es gibt eine Klimaanlage in der Nähe, die ganze Woche schon um die Temperaturen von 40°, zwischendurch dochmal rausquälen und Richi beim Training zuschauen. Man hätte diesen Tag aber auch Abreisetag nennen können. Nicht nur das von unserem Team Christoph, Frank, Andre und Georg nach Hause fuhren. Viele Teilnehmer, die zu Touristen wurden reisten ab. Schade, so waren am Finaltag noch nicht mal die Hälfte der Teilnehmer vor Ort.
Tag 7: Richard musste als erster fliegen und der Wind blies heftige Böen über den Platz. Allerdings ließ der Wind während des gesamten Durchgangs nicht nach, so dass sich fast keiner der Piloten hätte verbessern können. Aber was haben die Punktrichter gesehen? Richi hatte sich schon seine Punkte ausgerechnet. Jetzt kam es nur noch auf Jiri an, aber er als Sportsmann kam noch vor der offiziellen Bekanntgabe und gratulierte Richard zum Europameister 2009. Als wir das Papier schwarz auf weiß hatten, war der Jubel in der zurückgebliebenen Mini-Mini-Mannschaft riesig. Der letzte deutsche Europameister war Hermann Rieger 1955 und wenn mich nicht alles täuscht, ist Richi der jüngste Europameister den es je gab, bitte korrigiert mich wenn ich damit falsch liege.
Nach der Siegerehrung am Platz, ging es zum Bankett in das Gebäude des serbischen Aeroclubs. Wenn man man hört Gebäude des IMG_2867-(2)Aeroblubs, stellt man sich ein langweiliges Bürogebäude vor. Nicht in Serbien schaut euch die Fotos an alles vom Feinsten.
Der Abschluss dieser Europameisterschaft war in einem tollen Abend verpackt. Keine großartigen Reden oder Siegerehrungen. Sondern ein Abendessen mit etwas Musik in einer stimmungsvollen Atmosphäre, wo man Gelegenheit hatte, sich von Leuten zu verabschieden, die man jetzt für längere Zeit nicht sieht, bevor man den langen Heimweg antreten musste.

 

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Trotz der Verwirrungen im Vorfeld durch die kurzfristige Absage von F2A und F2C sind wir froh doch gefahren zu sein. Zuerst wollten wir nicht, auch heute noch, sind wir der Meinung ganz oder gar nicht. Wir haben mit vielen Dingen gerechnet, die alle von Seiten des Veranstalters und auch der Teilnehmer, hätten schief laufen können. Zumindest die Stimmung der Teilnehmer verhieß nichts Gutes. Nichts von dem ist eingetreten. An dieser Stelle nochmal ein Danke an die Organisation in Serbien, speziell an Ljuba und Dragana. Wir hoffen nur, dass diese EM kein Beispiel wird für zukünftige EM’s oder WM’s. Alle 4 Klassen gehören zusammen, alles andere ist nicht akzeptabel und die FAI  wird hoffentlich eine Auge darauf werfen, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Die Fesselflieger werden schon genug auseinander gerissen. Das muß nicht noch zusätzlich auf Welt- und Europameisterschaften passieren.

und zum Schluß:
Danke an Andre, Georg, Lothar, Richi, Frank, Christoph, Clamer, Lauri und Friedhelm. Ihr seid ein Spitzenteam, es war eine tolle Woche mit Euch. Danke

Claudia und Uwe

Ergebnisse

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