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Europameisterschaft in Belgrad 2007

oder eine schweiz-deutsch-südafrikanische Zweckgemeinschaft

Dieses Jahr ging es zur Europameisterschaft nach Belgrad/Serbien. Wie wir im vergangenen Jahr hörten, es soll nach Belgrad gehen überlegten wir uns ob wir überhaupt mitfahren wollten. Da wir Belgrad eigentlich nur aus den Medien kannten und wenig über das Land und die Leute wussten hatten wir ein etwas mulmiges Gefühl. Dann kam noch dazu das die vergangene EM, milde ausgedrückt, nicht wirklich optimal war und viele dachten das die diesjährige EM ebenfalls in ähnlicher Weise durchgeführt werden sollte. Der Veranstalter richtete zum ersten Mal eine Fesselflug-EM aus und auch aus diesem Grund bestand ein gewisser Grad an Skepsis. Für uns auschlaggebend doch zu fahren waren verschiedene Punkte. Wir haben es unserem F2A-Ehepaar Ritter/Gründel versprochen, falls sie sich qualifizieren würden, mitzukommen. Dann war noch Zane IMG_0638Stanojevic, der Teammanager der Schweiz mit seinen guten Kontakten, mit dem wir oft telefoniert haben und er uns unwahrscheinlich geholfen hat. Er war es der uns dann entgültig davon überzeugte zu fahren. Zane, Snezana, Milica, von hier aus nochmal einen herzlichen Dank für all eure Mühe. Durch diese Hilfe rückten die beiden Mannschaften zusammen und eigentlich waren wir eine Mannschaft. Außerdem haben wir gleich noch ein Mitglied aus Süd Afrika aufgenommen, Keith Renecle war angereist um mit Peter Germann und einigen anderen einen F2B Workshop abzuhalten. Keith ist zu uns gekommen und gemeinsam mit uns nach Serbien gefahren. So war er Mitglied von gleich 2 Mannschaften. Also wie man sieht ein internationaler Haufen. Der letzte Punkt zu fahren war, dass Ljubomir Radosavljevic, zum Wettbewerb im Mai nach Breitenbach gekommen ist und allen Rede und Antwort stand. Danach hatten wir eigentlich ein gutes Gefühl und es sollte uns auch nicht täuschen.

Nachdem wir gemeinsam mit Katja Ritter, Peter Gründel und Keith Renecle die 1600 km hinter uns gebracht hatten kamen wir in Batajnica am 06.07. am frühen Abend an und fuhren erst einmal zum Platz. Die EM fand auf einem Militärflugplatz in Batajnica statt. Das Gelände verschlug einem die Sprache. Eine ewig lange Startbahn, das hieß Trainingsmöglichkeiten soviel wie man wollte. Ähnliches haben wir 1996 in Schweden gehabt, nur dieser Platz war noch besser, da die Startbahn einen Vollkreis für F2B zuließ. Dazu kam das jede Menge Zelte aufgebaut waren, so dass jede Mannschaft ein eigenes Zelt bekam zum Schutz gegen Sonne und Regen. Das war also schonmal perfekt.

Am nächsten Morgen war Teameinschreibung, die ohne Probleme und relativ rasch erledigt war. Der restliche Tag wurde zum Trainieren und erkunden des Platzes genutzt. Abends die Eröffnungsfeier wurde in einer Burg veranstaltet. Viele volkstümliche Tanzgruppen gaben ihr Können zum Besten. Eine aber viel durch ihre akrobatischen Einlagen besonders auf. Nachdem die EM eröffnet wurde gab es gigantisches Feuerwerk, alles in allem eine sehr schöne Feier.

IMG_0667Tags darauf mußte unser Team zum Processing, das schweizer Team gleich hinterher, (warum eigentlich? Wir haben doch sonst fast alles gemeinsam gemacht, beim nächsten mal müssen wir dem Veranstalter bescheid geben das wir zusammen gehören, ob es euch gefällt oder nicht). Das einzige Problem das auftauche war das der Tank des C-Modells von unseren Team-Racern etwas zu groß war. Erledigte sich aber nach dem 5. Versuch den Tank zu verkleinern. Das offizielle Training fand im Anschluss statt, das auch reibungslos verlief.

Montag wurde es dann ernst. Die ersten Durchgänge fingen an, bei Spitzentermperaturen bis 43°. Wichtig für unser Speedteam war, erstmal eine Zeit zu setzen. Das haben auch alle vier Teilnehmer geschafft und erstmal hieß es aufatmen. Nur Peter Gründel stellte ein Motorenproblem fest, welches aber bis zum nächsten Durchgang behoben sein sollte. Katja Ritter, Neuling auf einer so großen Veranstaltung war danach beste deutsche Speedfliegerin mit 270,8 km/h. Richard Kornmeier mußte gleich zweimal ran. Da seit einem Jahr auf 2 Kreisen geflogen wird. Er absolvierte aber seine Flüge souverän wie immer. Für Steffen Richter und Nikolaj Teterjukov galt es auch durch das Rennen zu kommen. Steffen ist noch nicht sehr lange F2C-Pilot und ihm fehlt noch Praxis, bist jetzt hatte er erst zwei mal ein Dreier-Rennen durchgeflogen und sollte jetzt mit Picard/Perret FRA und Bondarenko/Lerner UKR ins Rennen. Leider kam das Modell nach dem 2. Tankstop in der 69. Runde in den Kreis und damit war das Rennen beendet. Aber Steffen hatte wenigstens eine Erfahrung mehr machen können. Dienstag war für F2A Pause. Richard lag nach nach seinen Druchgängen nach wie vor auf Platz 2 und war damit im Finale. Für Peter Germann SUI gab es während seines Durchgangs eine Schrecksekunde. Ausgelöst durch eine heftige Windboe die über die Startbahn fegte, machte sich ein Sonnenschirm der Punktrichter selbstständig und flog in den Kreis. Peter konnte es nicht sehen, da er mit dem Rücken zu uns stand. Nur durch lautes zurufen konnten wir auf uns bemerkbar machen, so daß er verstand das Modell weit oben in der Luft zuhalten. So konnte man den Sonnenschirm aus dem Kreis holen und es ist nichts weiter passiert. Anschließend bekam Peter einen Reflight. Steffen und Nikolaj konnten ihr Rennen mit Yuschenko/Yugov RUS und Barker/North GBR beenden. Selten hat sich eine Mannschaft über eine Rennzeit von 4.00 Min so gefreut wie wir. Es ging nur darum das Rennen zu beenden und Erfahrung zu sammeln. das haben die beiden damit geschafft.  Das schweizer Team Borer-Studer legten eine gute Zeit mit 3:24,4 Min. Bis jetzt hatten also alle EM Teilnehmer ihre Ziele erreicht. Abends zog dann ein Gewitter auf und die Durchgänge mußten abgebrochen werden. Mittwoch spielte das Wetter immer noch nicht mit und bis auf Kunstflug wurden alle Wettkämpfe abesagt. Im 1. Finalflug für Richard lief alles glatt und der Abstand auf den 1.- Platzierten Jiri Vejmola war recht knapp.

Der Donnerstag war für die Team-Racer ein schwarzer Tag. Nikolaj hatte noch überlegt in diesem Rennen sein C-Modell einzusetzen, ging aber nicht weil es ein Problem mit dem Modell gab. Als wenn er es geahnt hätte. Im Rennen mit Mohai/Szvacsek HUN und Savchenko/Turchenko UKR kam es zum Totalverlust. Steffen hatte keine Chance das Modell zu retten. Die anschließende Disqualifikation resultierte daraus, das Mohai bei der Landung in der Leine vom gecrashten Modell hängen blieb. Ansonsten hätte es aller Wahrscheinlichkeit nach einen Reflight für Steffen und Nikolaj gegeben. Ein Video von dem Rennen könnt ihr euch hier anschauen. Peter und Marcel konnten sich zwar in ihren F2A-Durchgängen verbessern, aber bei Peter stellte sich heraus, dass das Motorenproblem doch nicht behoben war.

Dann kam der Freitag, der Tag der Entscheidung. Peter konnte mit seinem B-Modell eine Zeit von 273,7 km/h erreichen, zwar unter seinem Niveau aber dadurch machte er einige Plätze gut.

IMG_1771Richard war sehr angespannt. Er war in der Mittagszeit mit seinem letzten Durchgang dran. Ist es man normaler Weise gewohnt das er einen relativ guten Draht zum Wetter hat, verließ ihn dieses Mal das Glück. Das war schon ein Pilot vor ihm aIMG_1770bsehbar. Der Durchgang wurde unterbrochen nachdem Alberto Maggi ITA, Windböen abbekommen die über dem Limit lagen. Er bekam einen Reflight. Nach 15 Min. mußte Richard dann an den Start. Der Wind drehte von einer Seite auf die andere, wir waren froh und atmeten tief auf als die letzte Figur geflogen war. Die Verhältniss also alles andere als optimal. Dann kam das lange warten. Dadurch das die ersten Piloten so knapp hinereinander in der Punktzahl waren, hätte es gut sein können, das Richi einige Plätze einbüßt. Dann irgendwann die Erlösung Richard hatte sich doch den 2. Platz gesichert. Aufatmen im Team und eine riesige Freude. Sofort wurde im Team eine Minifeier organisiert. Für unsere EM-Neulinge und natürlich für Marcel und Richard. Damit unserm Vizeeuropameister weiterhin das Glück nicht verläßt muß er ab jetzt das rosa Glücksschwein auf jeden Wettbewerb mitnehmen.

Anschließend war die Siegerehrung mit nur 1 Stunde Verspätung auf dem Platz, durchgeführt von Dagrana Dobric. Nicht zu lang mit ausschweifenden Reden sondern kurz knapp aber dem Anlass entsprechend feierlich.

Da wir am nächsten Morgen recht früh nach Hause und die 1600 km in einem durchfahren mussten konnten wir am Banquett leider nicht teilnehmen. Das tut uns nach wie vor sehr leid, wir haben uns aber sagen lassen, dass es ein toller abend gewesen sein muss und dieses mal auch sein Geld wert gewesen ist. Wir haben uns spontan entschlossen eine kleine Feier und unserem Stammlokal durchzuführen und hatten auch sehr viel Spaß.

Ergebnisse:
F2A: Dort wurde es spannend zwischen Peter Halman GBR und Luis Parramon ESP, zum Schluß hatte Parrmon dann doch noch die Nase vorn und gewann mit 298,7 km/h, vor Peter Halman mit 298,4 km/h und Jari Valo aus Finland mit 296,3 km/h. In der Juniorenwertung holte sich Max Marksteiner nach seinem Weltmeistertitel jetzt auch den Europameister mit 285,1 km/h vor Leonid Tyurin aus Rußland und unserem 3.-plaziertem Marcel Birnstein.
F2B: Jiri Vejmola CZE gewann mit 1071,98 Pt. die EM, vor Richard Kornmeier mit 1063,62 und Andriy Yatsenko UKR mit 1059,72 Pt. Alle Durchgänge blieben spannend da die Abstände zwischen den Spitzenpiloten nie besonders groß war.
F2C: Dort vielen die Zeiten ohne Ende, wer unter 3:17,3 Min. blieb hatte keine Chance in die Semis zu kommen. Ein Weltrekord von 3:00,8 Min von Kramerenko/Chayka sagt schon alles. Wenn es so weitergeht wird wohl bald die 2-Min.-Marke erreicht sein. Gewonnen haben die Brüder Surugue FRA vor Dozhidaev/Dukov RUS und Bondarenko/Lerner UKR. Die Junioren verabschiedeten sich mit Zhulyaev/Egorov RUS als Europameister vor Savchenko/Turchenko UKR und Bindel/Perret FRA.
F2D: Leider haben wir hier kaum Zeit verbracht und sehr wenig vom Wettbewerb mitbekommen. 1. Igor Dementiev MDA, 2. Demitry Vedernikov RUS und Mike Whillance GBR. Juniorenwertung: Oleksandr Pokorskiy UKR, Jussi Forss FIN und Natalia Dementiev MDA.

Resume:
Anfangs mit sehr viel Vorurteilen müssen wir unsere Meinung gründlich revidieren. Dragana, Ljuba und Dejan (das waren unsere Ansprechpartner), mit ihrem Team haben eine einzigartige Leistung vollbracht. Wir haben uns sagen lassen, wie die Idee entstanden ist eine EM auszurichten, stieß der Veranstalter teilweise auf Gegenwehr und mußte viele Schwierigkeiten überwinden. Trotzdem hat er daran festgehalten und die EM durchgezogen. Dafür Hut ab. Natürlich war dafür Hilfe nötig und die bekam er auch. Jean Paul Perret mit seiner Truppe aus Frankreich und Jo Halman aus Großbritanien halfen die EM zu einem Erfolg zu bringen. Wir waren überrascht wie reibungslos alles ablief, natürlich gab es einige kleine Dinge die man hätte besser machen können aber darüber sollte man den Veranstalter informieren, damit es beim nächsten Mal noch besser wird (auch auf ausdrücklichen Wunsch des Veranstalters). Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft wird bei den Serben ganz groß geschrieben und das hat man ganz deutlich gemerkt. IMG_1857So wohl haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt. Macht weiter so. Wir kommen wieder!!!

Unser Dank:
Geht als erstes an Zane und seine Familie, die ständig für uns da waren, ihr seid großartig. Dann an Ljuba, Dejan und Dragana mit ihrem Team, ihr habt es geschafft eine EM vom feinsten hinzulegen. Und zum Schluß ein Dank an unser Spitzenteam. Es war eine tolle Woche mit euch. Wir haben viel Freude gehabt und wir hoffen ihr auch. Der Teamgeist hat absolut gepasst und jeder hat jeden unterstüzt. Ihr seid Klasse. Und für eine relativ kleine Mannschaft einen 2. und einen 3. Platz mit nach Hause zu nehmen ist doch
nicht schlecht oder?

Alle Ergebnisse als zip-Datei hier oder
auf der Seite der Serben hier

Fotos im Album

 

IMG_1305Meine erste Teilnahme als Pilot an einer EM

Es war eine große Überraschung für mich, als es feststand dass ich mich für die EM 2007 in Serbien qualifiziert habe. Der Winter war nun etwas stressiger als sonst, da es nun hieß nicht nur die Technik für die Saison 2007 klar zu machen, sondern auch für die EM vorzubereiten. Die Testwettbewerbe in Bitterfeld und Sebnitz ließen mich auf ein gutes Ergebnis hoffen.

Am 05.07.07 brachen wir gemeinsam mit den Kehnens, dem Südafrikaner Keith Renecle und meinem Peter auf, um den langen Weg nach Serbien zu meistern. Nach einem Zwischenstopp in Österreich erreichten wir am 06.07.07 den Serbischen Ort Batajnice. Nach Besichtigung der Piste die mich doch auf Grund der Größe sehr beeindruckte ging es dann ins Hotel. Dieses hatte der Schweizer Mannschaftsführer Zane für uns besorgt. Es war ein kleines nobles Hotel, das keine Wünsche offen ließ. Nach einer Dusche trafen wir uns alle zum Abendessen in dem Restaurant hinter dem Hotel. Nach kleinen Sprachschwierigkeiten mit der Kellnerin am Ende ging es in Englisch bekam jeder eine andere Spezialität des Landes. Die Essen waren sehr schmackhaft aber für uns doch zu reichhaltig. Nach dieser Stärkung ging es zu Bett um den nächsten Tag zu erwarten. Es war der Tag der Anmeldung. Dieses managte Uwe Kehnen bestens. Im Laufe des Tages traf dann auch der Rest der Truppe ein. Am Abend waren wir also komplett. Am Abend ging es dann per Taxi zur Eröffnungsfeier. Der Taxifahrer machte mit uns aber vorher noch eine Stadtrundfahrt und zeigte uns Belgrad mit seinen Sehenswürdigkeiten, aber auch den Kriegsschäden. Die Eröffnung fand auf einer Burg statt. Das Programm war sehr schön, und zum Abschluss gab es noch ein prima Feuerwerk. Dann ging es wieder per Taxi ins Hotel. Wir haben hier gemerkt, nur wer laut hupen kann hat freie Fahrt, auch wenn es im Kreisverkehr mal anders herum geht. Diese Weisheit begleitete uns nun täglich auf der Fahrt vom Hotel zum Platz. Am nächsten Morgen war nun die Modellabnahme. Ich war nun doch etwas aufgeregt, aber es lief alles gut ab. Alle bekamen ihre Modelle abgenommen, auch wenn dies bei F2C ein wenig Bastelei am Tank eines Modells erforderte. Dann war am Nachmittag das Training. Es lief bei allen sehr gut ab, so dass wir frohen Mutes in den ersten Durchgang starten konnten. Bei Temperaturen über 40 Grad war das ein Härtetest für Mensch und Material.

Die Nervosität vor dem ersten Flug war wie vor meinem allerersten Wettbewerbsflug. Als der Motor lief legte sich aber die Anspannung und ich erflog mir eine Geschwindigkeit von 270 km/h. Dieses reichte am Ende des Tages für das schnellste Resultat der deutschen Speedflieger, die aber alle eine Wertung erzielten. So konnten dann die anderen Flüge entspannter in Angriff genommen werden.

IMG_1763Im Kunstflug legte Richi super vor, nur die Teamracer hatten etwas Pech und mussten ihr Rennen vorzeitig beenden. Am nächsten Tag erzielten die Teamracer eine Zeit. Diese wurde gefeiert wie ein Platz auf dem Podest. Schon hier zeigte sich unser Motto: Nur wenn die Harmonie in der Truppe stimmt kann man Erfolge feiern. Dies konnten wir dann am Finaltag auch beweisen, mit einen 2.Platz von Richard Kornmeier im Kunstflug und dem 3. Platz von Marcel Birnstein im Speed bei den Junioren. Das Bankett ließen wir aus, da uns eine lange Rückreise bevorstand. Dennoch veranstalteten wir eine kleine Feier im Hotel, wo die Erfolge noch mal richtig gefeiert wurden. Alles in allem war es eine sehr gelungene EM in Serbien.

Großen Dank an Uwe u. Claudia Kehnen für die gute Betreuung der Mannschaft, an Zane und seine Frau für die Hilfe und Unterstützung für unser Team und natürlich auch an das Serbische Team, die eine sehr gute EM durchgeführt haben. Wir haben sehr schöne Tage in Serbien verbracht und freuen uns schon auf das nächste Mal.

Katja Ritter

EM Belgrad 2007

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