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ARF für F2B?

RC 3D – ARF für F2B?

Die fast flugfertig lieferbaren ARF Flugzeuge für RC 3-D Fliegerei weisen ähnliche Konstruktionsmerkmale wie unsere F2B Modelle auf. Dicke, symmetrische Profile, grosse Flaps und lange Hebelarme stehen für hohe Wendigkeit bei stabilem Flugverhalten und die Leichtbauweise ermöglicht, zusammen mit starken Motoren, das Fliegen anspruchsvoller Manövern auf kleinstem Raum. Nachdem in den USA der F2 Kunstflieger Richard Oliver vor einigen Monaten ein derartiges Modell erfolgreich für Fessel-Kunstflug umbaute, habe ich sein Experiment unter ähnlichen Voraussetzungen wiederholt. Hier meine Erfahrungen:

Das Ausgangsmodell
Auf dem Markt befindet sich eine ganze Reihe von 3D ARF Kits. Einige davon sind Nachbauten der Giles Kunstflugzeuge. Die meisten dieser Modelle sind, mit Rumpflängen zwischen 1.5 und 2 m, für unsere Zwecke eher zu gross. Ich habe deswegen, genau wie Richard Oliver, ein kleineres Modell der gewählt, nämlich die 3D Giles-202 des chinesischen Herstellers China Model Productions (
www.cmairplane.com). Dies ist ein fast flugfertig mit Folie bespanntes ARF Modell mit einer Spannweite von lediglich 124 cm, wobei allerdings die Flügelfläche dennoch 42 qdm (gleich wie beim Cardinal) beträgt. Der ARF Kit ist beim schweizerischen Händler Topmodel (info@top-model.ch), Standbachstrasse 24, in CH-8370 Sirnach (Tel. 071 971 51 01) zum Preis von sFr. 269.- erhältlich. Alle Teile (ausser den F2 Komponenten) sind vollständig enthalten und von sehr guter Qualität. Die Montageanleitung ist sehr gut illustriert und in deutscher Sprache gehalten.

grafik

Der Umbau
Nachdem der Giles 202 fertig bespannt geliefert wird, sind die F2B Umbauten keine ganz einfache Sache. Vor allem deswegen, weil die Bespannung ja nicht entfernt bzw. geöffnet werden soll. Dies ist zwar weitestgehend möglich, bedingt aber doch einigen Aufwand. Der Umbau des ARF Kits zu einem F2B Flieger ist anspruchsvoll und sollte nur mit Hilfe eines erfahrenen F2B Modellbauers durchgeführt werden. Ich habe dafür ca. 50 Stunden aufgewandt und dabei ausschliesslich im Handel verfügbare F2 Komponenten (
Brodak oder peterdgermann at bluewin.ch) eingebaut.

Wichtig: Alle Klebestellen werden von der Folie befreit, sorgfältig gereinigt und nach der Verklebung mit 2-K (Klar-) Lack versiegelt.

Die Steuerung
Auf Grund der sehr grossen Flaps und des langen Hebelarmes des Leitwerkes ist es sinnvoll, die Übersetzungen der Steuerungsmechanik entsprechend anzupassen.

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Mit der beschriebenen Art der Anlenkung wird ein Ausschlagverhältnis Flap-Höhensteuer von 0.8 zu 1.0 erreicht. Gleichzeitig werden, durch die zusätzliche Bohrung im Segment, relativ grosse Ausschläge am Segment benötigt, um das Höhensteuer auszulenken. Dies, zusammenmit der Schwerpunktlage, ergibt das gutmütige Flugverhalten. Folgende Komponenten wurden eingebaut:
Segment (Brodak BH-392): Zusätzliche Bohrung auf 16 mm Radius für die Schubstange zu den Flaps einbringen.
Flaphorn (Brodak BH-749): Schubstange vom Segment auf Position 32 mm einhängen. Schubstange zum Höhenruder auf Position 25.4 mm einhängen.
Höhenruderhorn (Brodak BH-746): Schubstange von den Flaps auf auf Position 25.4 mm einhängen.

Das Höhenruder
Die mitgelieferten Scharnierplättchen werden durch stabile Scharniere ersetzt. Nachdem später das Seitensteuer starr montiert wird, sind die 45° Abschrägungen der Höhenruder unnötig und es ist sinnvoll, dies zur Vergrösserung der Ruderfläche auszunutzen. Dies geschieht durch das Anfügen von zwei dreieckigen Teilen an die Innenseiten der Höhenruder. Diese werden anschliessend mit Folie bespannt. Das Steuerhorn (Brodak BH-746) wird asymmetrisch gebogen, so dass die Anlenkung ausserhalb des Rumpfes zu liegen kommt.

Der Flügel
Die beiden Tragflächen werden im Original mit einem Alurohr verbunden und verklebt. Die Aufnahmen für dieses Rohre werden komplett entfernt und eines der beiden GFK Rohre dient später als Bleikammer im äusseren Flügel. Ebenso entfernt werden die Servohalter in den Flächen und darüber hinaus wird im inneren Flügel Platz für die Kabel geschaffen. Hier kommen speziell anzufertigende Werkzeuge, wie z.B. lange Rundstäbe mit aufgeklebtem Schleifpapier, zu Anwendung.

bild1

Anstelle der Aufnahmen für das Alurohr wird eine Sperrholzbrücke, enthaltend das Segment, so montiert, dass sie die Hauptholme verbindet.

bild2

Im Brodak Steuerdreieck (BH-392) wird vorher eine zusätzliche Bohrung, in einer Distanz von 16 mm zur Drehachse, für die Schubstange eingebracht. Die Drehachse des Steuerdreieckes befindet sich nach dem Einbau in einer Distanz von 165 mm zur Endleiste.

In die innere Endrippe wird eine verstellbare Kabelführung so eingebaut, dass die Mitte beider Führungen in der vordersten Stellung 182 mm von der Endleiste entfernt ist. Nach dem Einbau der kurzen Schubstange werden die beiden Flächen verklebt.

Die fertige Fläche passt genau in den Ausschnitt im Rumpf und genau auf dessen Kontur folgend wird die Folie (SEHR sorgfältig) eingeschnitten und abgezogen. Die Flaps werden mit stabilen Scharnieren montiert und mit dem passend gebogenen Flaphorn (Brodak BH-749) verbunden.

Der Rumpf
Die für das Original RC Modell vorgesehene Kopfspant-Montage des Motors bedingt die Verwendung des enthaltenen Pendeltankes. Um einen std., Uniflow Blechtank einbauen zu können, habe ich es vorgezogen, den Motor auf Balken zu setzen und eine passende, rundum geschlossene Tankkammer zu bauen. Diese wird von vorne in die entsprechend ausgeschnittenen Spanten eingeschoben.

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Da der ST. 60 mit dem grossen Venturi recht viel Treibstoff braucht, habe ich den Einschub so dimensioniert, dass ein 170 ccm Tank (Brodak BH-563 6 oz L=152 mm) von vorne eingeschoben werden kann

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Bei der Nasenlänge von 230 mm (Hinterkante Spinner bis Nasenleiste) bedeutet das, dass die Tankkammer ca. 35 mm tief in die Tragfläche hinein ragt

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Wird ein ST .51 eingebaut, so ist die Nase 25 mm länger zu bauen. Für diesen Motore genügt ein 155 ccm Tank (Brodak BH-562 5.5 oz L=140 mm). Damit entfällt der Einschnitt in der Tragfläche.

Der Rumpf des Giles hat im Bereich der Endleiste der Tragfläche eine Schwachstelle. Es ist unabdingbar, nach dem Einbau der Tragfläche, den oberen Teil des Rumpfhecks mittels zweier zugfester Längsträger mit der Tragfläche sicher zu verbinden.

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Diese werden am Rumpfspant (Hintere Wand des Cockpits), auf der Oberseite des Flügels und am vorderen Spant gut verklebt.

Die Schubstange zum Höhenruder wird aussen aus dem Rumpf herausgeführt. Dazu wird ein U-förmiger Kanal in die Seitenwand eingebaut.

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Hier die technichen Daten, nach dem Umbau.

3D Giles-202 / F2B
Spannweite 124 cm
Fläche Flügel & Flaps: 42.6 qdm
Leitwerk, modifiziert: 8.35 qdm
Profil, symmetrisch: 18%
Schwerpunktlage: 17% MAC
Motor: ST .60
Gewicht, getrimmt: 1’755 Gramm

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Die Flugeigenschaften
Die durchgehend gleich dicke und tiefe Tragfläche, der voluminöse Rumpf und das hohe Fahrwerk sorgen für erheblichen Luftwiderstand. Der Flieger benötigt deswegen recht viel Leistung um eine Rundenzeit von 5.1 sec (bei 21.5 x 0.45 mm Litze) zu erreichen. Bei geringerer Geschwindigkeit ist genügender Leinenzug nicht mehr gewährleistet. Mein ST. 60, mit einem Vergaserdurchmesser von 9 mm und 10% Nitro, benötigte eine Top-Flite 13 x 6 (2-Blatt, alte Ausführung) um das Modell in jeder Lage sicher zu kontrollierbar zu halten. Versuche mit einem der neuen, chinesischen ST .51 haben gezeigt, dass auch dieser Motor ausreichen würde. Allerdings wird es auch beim .51er notwendig sein, den Vergaser etwas aufzubohren, auf ca. 8.2 mm, um genügend Leistung zur Verfügung zu haben (Luftschraube APC 12 x 6, 2-Blatt). Bei einer Schwerpunktlage von 17% MAC, bzw. 192 mm. gemessen von der Flaps-Scharnierleiste nach vorne, fliegt das Modell weich und gutmütig. Es benötigt recht deutliche Ausschläge um Ecken zu fliegen und kann fast gar nicht übersteuert werden. Schwachpunkte sind geringfügig asymmetrisches Flugverhalten in Innen- bzw. Aussenloopings und, wohl auf Grund des etwas labilen Leitwerkes, eine nicht ganz perfekte Kursstabilität unter im Flug wechselnden Belastungen. Das Modell ist geeignet um F2B bis auf Stufe Wettbewerb zu trainieren. Es fliegt deutlich besser als die meisten Trainingsmodelle und kommt in der Summe seiner Eigenschaften recht nahe an ein herkömmliches F2B Flugzeug heran.

Peter Germann

- 7. Sept. 2006 -

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